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11 rote Karten in der Kraft-Arena

Public-Viewing-Bilanz 11 rote Karten in der Kraft-Arena

Rund 4700 Besucher feierten in der Kraft-Arena den EM-Auftaktsieg der DFB-Elf in Lille gegen die Ukraine. Damit geht es den Veranstaltern hier ein wenig so wie den Verantwortlichen dort: Es bleibt noch Luft nach oben. Ebenso beim Benehmen einiger Besucher des Public Viewings, elf erhielten einen Platzverweis.

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Raika Stüven (16) aus Leezen und Lisa Peter (17) aus Trappenkamp sind in der Kraft-Arena immer dabei, wenn Deutschland spielt.

Bad Segeberg. Die Zeit des Winterschlafs ist in Bad Segeberg unwiderruflich vorbei. Nach den Fledermäusen aus der Kalkberghöhle sind nun auch die Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in ihr angestammtes Sommerquartier zurückgekehrt: die Möbel-Kraft-Arena.

 Während in Frankreich alle 22 Akteure (plus Ergänzungsspieler) das Ende der Partie auf dem Platz erlebten, gab es in der Kraft-Arena gleich elf rote Karten: „Die Kollegen mussten an die betreffenden Störer jeweils einen sogenannten Platzverweis aussprechen“, sagte Polizeihauptkommissarin Silke Westphal, Sprecherin der Direktion Bad Segeberg, am Montag auf Anfrage der Segeberger Zeitung. Das bedeutet, die Krawallbrüder müssen das Gelände verlassen. Im Vergleich zu manch früheren Schwierigkeiten mit betrunkenen Randalierern, insbesondere bei Deutschland-Spielen, sei es am Sonntagabend jedoch „relativ ruhig“ geblieben, sagte die Beamtin.

 Dem andauernden Nieselregen – und wohl auch den zahlreichen Public-Viewing-Alternativen in Segeberger Gaststätten wie dem Klackermatsch oder dem Feuerstein – geschuldet, blieben sogar einige der sonst besonders beliebten 1500 Sitzplätze frei. Positiver Effekt: So hatten die schwarz-rot-goldenen Schlachtenbummler beim ersten Spiel der deutschen Elf viel Beinfreiheit und konnten sich sogar ihre Plätze aussuchen. Der guten Stimmung bis in die hintersten Ränge tat das alles indes keinerlei Abbruch. Und neben der Polizei zeigte sich auch der Sicherheitsdienst, in der Arena erstmals gestellt vom Bad Segeberger Unternehmen Mebo, mit dem Verhalten der übergroßen Mehrheit zufrieden.

 Nach dem 1:0 durch das erste Länderspieltor von Shkodran Mustafi zeigten die Fans, welcher zwölfte Mann hinter den Helden in kurzen Hosen steht. Aus voller Kehle wurden immer wieder Spielstand und Name des Torschützen in Richtung der knapp 40 Quadratmeter großen LED-Wand gebrüllt; ganz so, als ob jeder Segeberger Fußballfan live im französischen Stadion dabei und dort von den Spielern zu hören wäre. Die akrobatische Rettungstat vor dem ukrainischen Ausgleichstreffer durch Deutschlands Abwehrrecken wurde von Sprechchören „Boateng! Fußballgott!“ begleitet.

 „Es ist schon gut, einen Jérôme Boateng in der Abwehr als Nachbarn zu haben“, gönnte sich Trainer Joachim Löw anschließend einen Seitenhieb auf AfD-Politiker Alexander Gauland. Das überraschende 2:0 durch Bastian Schweinsteiger kurz vor dem Abpfiff löste auf den Stehplätzen vor der Bühne sympathisch-verrückte Choreographien und eine Polonaise nach der anderen zu alten Kinderliedern aus.

 Viele der Besucher sind bereits Stammgäste in der Kraft-Arena: Raika Stüven (16) aus Leezen und Freundin Lisa Peter (17) aus Trappenkamp etwa sind immer dabei, wenn dort Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft übertragen werden. Dominik Reichardt, dem seine Mutter einen warmen Capote in Schwarz-Rot-Gold genäht hat, kam mit „Spielführer“ Jean-Pierre Duus aus Leezen: Beide waren sich sicher, dass die deutsche Elf siegen wird.

 In einer ganz besonderen Konstellation fanden sich Stephan und Olena Bachmann aus Wahlstedt wieder. Ihnen konnte der Sieger der Partie gleichgültig sein. „Heute gibt es mindestens einen zufriedenen Gewinner bei uns“, gab die gebürtige Ukrainerin schmunzelnd zu Protokoll. Sie war es am Ende nicht.

Von Thorsten Beck und Andreas Wicht

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