3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Kraft-Arena: Marketing-Effekt

Public-Viewing-Bilanz Kraft-Arena: Marketing-Effekt

Über 38000 Zuschauer haben in der Möbel-Kraft-Arena die Spiele der Fußball-EM verfolgt - und Kraft-Chef Günter Loose weiß, dass diese Zahl nicht leicht zu erreichen war. Denn weder das Wetter noch die Spielansetzungen für die deutsche Mannschaft spielten dem Möbelhaus in die Karten.

Voriger Artikel
„Sniper“ verstörte mit Drohbriefen
Nächster Artikel
Betreuung mit Pannen

Sobald Deutschland spielte, war die Möbel-Kraft-Arena rappelvoll. Insgesamt 38 000 Menschen kamen zu den EM-Spielen.

Quelle: Sönke Ehlers

Bad Segeberg. Bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren waren über 40000 Fans zu Möbel Kraft gepilgert. Es wären sogar noch mehr gewesen, wenn nicht ein Unwetter die Ausstrahlung des legendären 7:1-Halbfinales gegen Brasilien verhindert hätte. Zum ersten Mal seit der Arena-Premiere im „Sommermärchen“ 2006 hatte ein Spiel aus Sicherheitsgründen ausfallen müssen.

 So schlimm kam es jetzt bei der Europameisterschaft nicht. Doch beim Blick auf den Kalender hatte Loose schon vorher geahnt, dass ein neuerlicher Besucherrekord praktisch nicht zu schaffen war. „Es war klar, dass das schwierig wird.“ Denn: Traditionell ist die Arena nur bei deutscher Beteiligung voll. Und alle Deutschland-Spiele außer dem Achtelfinale gegen die Sloawakei (18 Uhr) begannen erst um 21 Uhr. Damit war das junge Publikum außen vor – zumal viele der Spiele vor Schultagen lagen. Loose: „In den Ferien ist das ein ganz anderer Schnack.“

 Aus diesem Grund ist man bei Kraft sehr glücklich mit dem Ergebnis. So lockte das schwächste Deutschland-Spiel (der Auftakt gegen die Ukraine) immerhin schon 5000 Menschen zu Möbel Kraft - und damit mehr als manch ein DFB-Spiel bei früheren Turnieren. In der Gruppenphase gegen Nordirland, im Achtelfinale gegen die Slowakei und im Viertelfinal-Klassiker gegen Italien war das 7000 Menschen fassende Festgelände hingegen nahezu gefüllt. Spiele ohne deutsche Beteiigung wurden erst ab dem Achtelfinale gezeigt und spielten vom Besuch her kaum eine Rolle. Das war in früheren Jahren ebenso.

 „Die Erwartungen sind erfüllt worden“, sagt Loose. Sorgen, die Kosten nicht wieder einzuspielen, hatte die Kraft-Geschäftsführung ohnehin nicht. „Darauf liegt nicht unser Hauptaugenmerk. Das Entscheidende ist der Marketing-Effekt.“ Viele Menschen verbinden dank der Kraft-Arena unvergessliche Stunden mit dem Möbelhaus - und kommen (so die Hoffnung der Chefetage) wieder, wenn es daheim etwas einzurichten gibt. Loose: „Marketingmäßig bin ich hochzufrieden.“ Gibt es bei der WM 2018 erneut eine Arena? „Ich gehe mal davon aus.“ Schon bei der Eröffnung hatte Loose gesagt: „Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus.“ Nur falls die WM 2022 in Katar im Winter stattfinden sollte, hätte sich das Public Viewing für dieses Turnier erledigt.

 Keine Sorgen mit den Großveranstaltungen bei Möbel Kraft hatten die Bad Segeberger Ordnungshüter. „Es war alles sehr ruhig und sehr friedlich“, schilderte Polizeisprecherin Silke Westphal gestern. Durchschnittlich seien 35 Beamte pro Deutschland-Spiel vor Ort gewesen. Vor zwei Jahren waren es noch 44 gewesen, aber eine Aufstockung beim Sicherheitsdienst habe für Entspannung gesorgt.

 Während der EM wurden 35 Straftaten auf dem Kraft-Gelände angezeigt (Vergleich zur WM 2014: Da waren es 25). „Hauptsächlich Körperverletzungen und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“, schildert Silke Westphal. Es wurden 79 Platzverweise (2014: 27) ausgesprochen – meist gegen Betrunkene. Auch das Werfen von Bierbechern in die Menge sorgte für wiederholten Ärger. Im Polizeigewahrsam landete diesmal niemand (2014: zwei Personen).

 Die Befürchtung, dass Flüchtlinge für zusätzlichen Ärger bei den Fußballspielen sorgen könnten, erfüllte sich nicht. Möbel Kraft hatte vorsichtshalber die Hausordnung erstmals auch in arabischer Sprache ausgehängt. Doch Flüchtlinge seien „nur in sehr geringer Zahl“ in der Arena zu finden gewesen und nicht negativ aufgefallen, sagt Silke Westphal. „Alle Personen, mit denen wir zu tun hatten, waren Deutsche.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3