15 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Der Ihlwald-Kapelle droht der Verfall

Renovierung oder Neubau? Der Ihlwald-Kapelle droht der Verfall

Es läuft auf eine Sanierung hinaus: Die marode Ihlwald-Kapelle in Bad Segeberg soll in jetziger Form erhalten bleiben. Weder im Sozial- noch im Bauausschuss fand sich eine Mehrheit für einen Neubau. An dieser Variante hielten ausschließlich SPD und Grüne fest.

Voriger Artikel
Zasterlaster als rollende Bank
Nächster Artikel
Flottmoorpark kommt - abgespeckt

Die Ihlwald-Kapelle in Bad Segeberg muss dringend saniert werden.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Das über 50 Jahre alte Gebäude auf dem Ihlwald-Friedhof ist dringend renovierungsbedürftig. Das war zuletzt bei einer Baubegehung im Mai festgestellt worden. Unter anderem seien „die seitlichen Glasfassaden der Kapelle irreparabel beschädigt“, teilt Architekt Achim Kölbel im Protokoll des Ortstermins mit. „Hier ist nur eine Erneuerung der über 50 Jahre alten Konstruktionen wirtschaftlich und technisch vernünftig.“ Mittlerweile dringe bereits Wasser in das Gebäude ein.

Durch das Verrosten der Metallträger zerspringen ständig weitere Glasscheiben. Hier könne „eine Sicherheitsproblematik hinsichtlich der Standsicherheit bei Windbelastung entstehen“, warnt Kölbel. „Eine zügige Erneuerung der betroffenen Bauteile ist dringend angeraten.“ Auch die 50 Jahre alten Holzfenster haben nach Ansicht des Experten „ihre technische Lebensdauer erreicht“.

Neubau soll 665000 Euro kosten, eine Sanierung um die 270000 Euro

Nun herrschte in den Ausschüssen die Grundsatzfrage: Renovierung oder Neubau? Die SPD plädierte für die Errichtung einer neuen, deutlich kleineren Kapelle. Die Kosten hierfür wurden im Jahre 2015 auf gut 665000 Euro geschätzt. „Alles in allem würden wir jetzt bei '800000 plus’ landen“, schätzte Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS). Die Stadt Bad Segeberg würde davon gut eine halbe Million Euro tragen müssen. Den Rest würden sich die Gemeinden teilen, deren Einwohner ebenfalls im Ihlwald beerdigt werden: Blunk, Groß und Klein Rönnau, Negernbötel, Klein Gladebrügge, Schackendorf, Traventhal und Stipsdorf.

Die SPD geht davon aus, dass ein Neubau auf lange Sicht deutlich günstiger wird als eine Sanierung des Altbestandes. Darin stimmten zwar andere Kommunalpolitiker zu, doch sie bevorzugen dennoch eine Renovierung, die nur mit etwa 270000 Euro zu Buche schlagen soll. Da auch diese Zahl bereits vor zwei Jahren ermittelt wurde, geht Tödt von nunmehr 300000 Euro aus.

Umliegende Dörfer müssen nur bei Neubau zahlen

Es gibt aber ein vertragliches Problem: Die Umlandgemeinden sind nur zur finanziellen Beteiligung an einem Neubau verpflichtet, nicht aber zur Bezuschussung einer Sanierung. Aktuell gehen die Meinungen, wie mit der Ihlwald-Kapelle verfahren werden soll, auf den Dörfern noch auseinander. An die Stadtvertretung erging die Empfehlung, eine Sanierung zu beschließen. Der Bauausschuss forderte allerdings noch aktuelle Kostenschätzungen auch. Auch soll geprüft werden, ob nicht benötigte Gebäudeteile der Kapelle abgerissen werden können.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3