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Polizeipräsenz gegen Einbrecher

Revier Kaltenkirchen Polizeipräsenz gegen Einbrecher

Einbrecher hinterlassen bei ihren Opfern ein Gefühl von Unsicherheit und Schutzlosigkeit. Um der – häufig organisierten – Banden Herr zu werden, ging die Polizei in die Offensive. Am Mittwoch richteten 85 Beamten an Ein- und Ausfallstraßen im Revierbereich Kaltenkirchen Kontrollpunkte ein. 520 Fahrzeuge wurden überprüft.

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Um Einbrecherbanden auf die Schliche zu kommen, kontrollierten Polizisten auf dem Parkplatz der Itzstedter Amtsverwaltung ihnen verdächtige Autofahrer.

Quelle: Lutz Timm

Kaltenkirchen. Ziel des Einsatzes im Rahmen des WED-Konzepts (Wohnungseinbruchsdiebstahl) war es, möglichst viele Personen zu kontrollieren und deutlich Präsenz zu zeigen.

 „Über ein Drittel der Taten in Schleswig-Holstein passiert in der Metropolregion Hamburg, allein in diesem Jahr gab es im Durchschnitt zwischen 10 und 13 die Woche“, erklärte der Einsatzleiter, Polizeihauptkommissar Thomas Brucker, während der Aktion in Itzstedt. Mit der Großkontrolle reagiere die Polizei jetzt auf die Situation. Durch die gute Anbindung an die Bundesstraßen und die Autobahn sei das Revier Kaltenkirchen bereits seit mehreren Jahren besonders von Einbruchsdelikten betroffen. Ziel der Kontrolle sei es, potenzielle Täter zu identifizieren und Bewegungsprofile nachzuvollziehen, um so weitere Erkenntnisse zu gewinnen. „Besonders Fahrer, die nicht nach Pendler oder Mutter mit Kind aussehen, ziehen wir zur eingehenden Kontrolle raus.“

 Direkt an der B432 im Ortskern von Itzstedt richteten die Beamten am Mittwoch einen von vier Kontrollpunkten ein. Polizisten der Einsatzhundertschaft, aber auch Personal in Zivil, beobachteten in dem mehrstündigen Einsatz tausende Fahrzeuge. Wer auffällig erschien, wurde auf den Parkplatz der Amtsverwaltung gelotst und genauer kontrolliert. Auf frischer Tat ertappt wurde niemand. „Wenn wir zufällig jemanden erwischen, nehmen wir ihn natürlich mit“, betonte Brucker. Aber das Ziel sei vor allem, Informationen zu sammeln und Bewegungsprofile zu erkennen, um kriminelle Einbrecherbanden dingfest zu machen. Unter den Kontrollierten seien bereits Personen gewesen, die wegen Eigentumskriminalität polizeibekannt sind. Die Erkenntnisse würden in die Lagebewertung der Polizei einfließen.

 Zu einem eher zufälligen Einsatz kam es kurz vor Beginn der Kontrollen. In Struvenhütten hatten Anwohner der Polizei Verdächtige auf einem Grundstück gemeldet. Sofort machten sich die bereitstehenden Zivilkräfte auf den Weg, konnten vor Ort jedoch niemanden antreffen. In dem Zusammenhang wies die Polizei auf die Bedeutung von Zeugenangaben hin. Nahezu jeder Festnahmeerfolg gehe auf Hinweise von Bürgern zurück. Bei jedem Verdacht sollten die Bürger den Notruf wählen, die Beamten seien auf die Beobachtungen der Bevölkerung hingewiesen.

 Die Polizeidirektion Bad Segeberg, die die Kreise Segeberg und Pinneberg abdeckt, legt seit längere Zeit den Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Einbrüchen. Das WED-Konzept ist eingebunden in das landesweite Konzept zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität. Es beinhaltet neben der Zusammenarbeit mit anderen Behörden auch die Kooperation mit anderen Bundesländern. Dazu gehören gemeinsame Kontrollen mit der Hamburger Polizei, Austausch von Informationen, die Unterstützung bei Fahndungen und konzentrierte Schwerpunkteinsätze.

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