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MicMac - das waren Zeiten!

Kaltenkirchen / Henstedt-Ulzburg MicMac - das waren Zeiten!

Vor 30 Jahren wurde das MicMac eröffnet, damals eine der größen Mega-Discotheken überhaupt. Mit einem dreitägigen Revival soll Pfingsten im Disco-Club Remix in Henstedt-Ulzburg die alte Zeit noch einmal aufleben. Einige der Veranstalter sind Leute, die mit dem MicMac einiges verbindet.

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Im MicMac traten viele Stars auf wie zum Beispiel Rick Astley (von links) und Frank Zander.

Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg. Die Idee zu dieser Veranstaltung stammt vom Kaltenkirchener Thomas Pütz. Der Vorstand der Pütz Security AG ist durch sein Box-Engagement weltweit bekannt. Er sorgt mit seinem Unternehmen zum Beispiel bei den Klitschko-Boxkämpfen für die Sicherheit am Ring. Zudem ist er Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer. Was nur die Wwenigsten wissen: Sein beruflicher Einstieg ins Sicherheitsgewerbe begann als Türsteher im MicMac in Kaltenkirchen.

 „Die Eröffnung am 14. Juni 1985 war eine Sensation“, erinnert sich Pütz. Das Musikdorf an der Werner-von-Siemens-Straße war 3000 Quadratmeter groß, der Parkplatz anderthalb Hektar. Aber das reichte bei der Eröffnung nicht. Die Autos parkten Hunderte von Metern entlang der Bundesstraße und in sämtlichen Straße des Industriegebiets. Auf der Autobahn staute sich der Verkehr vor der Abfahrt Kaltenkirchen.

 „Wenn man sich hier am Wochenende noch bewegen kann, dann erschieß` ich mich“, hatte MicMac-Chef Peter Koch, der heute auf Mallorca lebt, am Tag vor der Eröffnung seiner über 3 Millionen Mark teuren Super-Disco gesagt. Er brauchte es nicht, denn man konnte sich damals im Gebäude kaum rühren, so voll war es. Rund 18 000 Besucher wurden an den drei Eröffnungstagen gezählt - eineinhalb Mal so viele, wie Kaltenkirchen damals Einwohner hatte.

 „Es wurde im MicMac etwas geboten, was es sonst nicht gab“, erinnert sich Pütz. Über 200 Lautsprecher beschallten den Betrieb. Die meisten um die Tanzfläche, während die übrigen an den Tresen und in den Kneipen der Disco für dezentere Klänge sorgten. Auf einer sechs mal fünf Meter großen Leinwand - damals etwas ganz Besonderes - wurden unter anderem James-Bond-Filmschnipsel gezeigt. Vier Discjockeys waren im Einsatz - zwei für die Musik, einer fürs Videoprogramm und einer für die Lichtanlage.

 Der damalige Pop-Star Jennifer Rush trat am ersten Abend auf. Sie sang unter prasselndem Beifall ihren Erfolgssong „You Are My Destiny“. Am zweiten Abend stand unter anderem Vossi auf der Bühne - damals ein Star des Party-Vergnügens, heute eher bekannt als Segeberger CDU-Kreisgeschäftsführer: Uwe Voss aus Nahe.

 „Das war schon gewaltig, was damals ablief“, blickt Pütz zurück. In den Musiktempel an der AKN kamen weitere Stars - einige sind es heute noch. Auf der Bühne standen unter anderem Peter Maffay, Scott McKenzie (“San Francisco“), Achim Reichel und die Rattles, Feargal Sharkey („A Good Heart“) und Monaco-Prinzessin Stefanie, die damals mit ihrem Hit „Irresistible“ erfolgreich war. Im MicMac wurden jahrelang auch TV-Sendungen aufgezeichnet.

 1989 verkaufte Koch die Disco an den Hamburger Kaufmann Hein-Jürgen Lüders. Der besaß in Hamburg-Eppendorf ein Sanitätshaus und verstand nicht viel vom Unterhaltungsgeschäft. Er konnte sich aber auf Thomas Pütz verlassen, der als Geschäftsführer fungierte und zudem sein Sicherheitsunternehmen aufbaute. Das MicMac wechselte später seinen Namen, hieß Traffic und zuletzt Palace.

 Dass Lüders 2006 in seiner Hamburger Wohnung ermordet wurde - der Täter wurde nie gefasst -, bedeutete das Ende der Disco. Sie wurde ein halbes Jahr später geschlossen. Zwar versuchten sich noch mehrere Betreiber, aber ohne Erfolg, nachdem auch Pütz längst ausgestiegen war. Schließlich kaufte die Stadt Kaltenkirchen das marode Gebäude und ließ es abreißen. Noch immer wird ein Käufer für das Grundstück esucht.

 „Die ersten Jahre waren eine wirklich tolle Zeit“, erinnert sich Pütz gern zurück. Deshalb reifte in ihm die Idee, das Jubiläum zu feiern. Schnell hatte er mit dem Disco-Club Remix in der Industriestraße einen geeigneten Ort gefunden, dessen Geschäftsführer Jozef Kasapoglu er gut kennt.

 Gray Harvey, einer der damaligen Discjockeys, will wieder Musik machen. Zahlreiche Angestellte von damals werden dabei sein. Die Veranstalter hoffen natürlich auf ehemalige MicMac-Gäste. Das Norderstedter Arriba-Bad konnte als Sponsor gewonnen werden. „Wir werden Musik von damals spielen. Und die Getränkepreise werden die von 1985 sein“, verspricht Kasapoglu.

 Die Revival-Fete steigt am Freitag, 22., Sonnabend, 23., und Sonntag, 24. Mai, jeweils ab 22 Uhr im Remix.

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