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Es geht um mehr als die Bank

Rickling Es geht um mehr als die Bank

Ob die Schließung der Filiale der VR-Bank Neumünster in Rickling noch abwendbar ist, wird sich am Donnerstag, 12. Mai, zeigen, wenn der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Wirtschaftsförderung tagt. Im Ort regt sich weiter Widerstand gegen die Absichten der Bank.

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Die Filiale der VR-Bank in der Gemeinde Rickling soll geschlossen werden.

Quelle: Detlef Dreessen

Rickling. Es erinnert an den Kampf David gegen Goliath, doch Monika Klingbeil will nicht aufgeben. Die Ricklingerin will die VR-Bank Neumünster davon abhalten, die Filiale in der Dorfstraße Ende November zu schließen.

 „Mehrere Gewerbetreibende stehen hinter mir“, so die Geschäftsfrau. Ihre gemeinsame Befürchtung: Ricklinger, die zum Erledigen ihrer Bankgeschäfte nach Trappenkamp oder Wahlstedt fahren, erledigen dort auch andere Einkäufe. Die Folge: Umsatzverluste bei Betrieben in Rickling.

 Mit schlechter werdenden Geschäften hat Monika Klingbeil ihre Erfahrungen gesammelt. Ihren Laden „Monis Kunterbuntes“ in der Dorfmitte hatte sie 2013 schließen müssen, nachdem die Dorfstraße lange wegen der Sanierung nur in einer Richtung und mit Hindernissen passierbar gewesen war. Die Kundschaft war weggeblieben.

 Andere Unternehmer konnten in die Rücklagen greifen, Monika Klingbeil nicht. Inzwischen hat sie „Monis B-Café“ in der Dorfstraße nahe der Kirche aufgemacht und hofft, dass es nicht wieder so weit kommt.

 „Das Dorf stirbt aus“, sagt Monika Klingbeil voraus, sollte das letzte Geldinstitut im Ort schließen. Ob da noch Grundstücke in einem geplanten Neubaugebiet an den Mann zu bringen sind, hält sie für fraglich. Online-Banking sei nicht für jeden Bürger eine Alternative. Nicht nur Senioren bereiteten Passwort und PIN Probleme. Und nicht nur sie seien leichte Opfer von Phishing-Mails und anderen Internetbetrügereien. Auch Jüngere weigern sich, ihre Einnahmen und Ausgaben durchs Internet zu erledigen, weil sie der Datensicherheit nicht trauen, meint Klingbeil.

 „Bürgermeister und Gemeindevertretung sind auf dem Rückzug“, kritisiert die ehemalige Gemeindevertreterin. Darum setze sie nun auf den Zusammenhalt der Ricklinger Bürger – und auf die Struktur der Genossenschaftsbank. Die VR-Bank sei ja nicht Aktionären verpflichtet, die allein an Profit interessiert sind, sondern Anteilseignern, die auch andere Interessen und Ideale haben. Vielleicht würden die Besitzer von Genossenschaftsanteilen ja aus Verantwortungsgefühl lieber auf etwas Rendite verzichten, als die Bevölkerung eines Dorfes, vor allem Senioren, in existentielle Probleme zu stürzen.

 Im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Wirtschaftsförderung (ab 20 Uhr im Alten- und Pflegeheim Johannes-Voigt-Haus) berichten am 12. Mai Bürgermeister Christian Thomann und Ausschussvorsitzender Manfred Czub über die Gespräche mit der Bank. Während der März-Sitzung mit 70 Besuchern hatten VR-Bank-Vorstandsmitglieder noch den Rückzug bestätigt und ihn erläutert. Bürgermeister Thomann hatte hinterher bedauert, der Bank gehe es nur um Gewinnmaximierung.

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