15 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Trauer in zeitgemäßer Form

Rickling Trauer in zeitgemäßer Form

Männer in Uniform, das Lied „Ich hatt’ einen Kameraden“ – so sah der Volkstrauertag bis vor wenigen Jahren noch aus. Rickling will neue Wege gehen, zum Frieden zu mahnen. Unter dem Motto „Erinnern und Bewahren“ hat ein Team um Diakon Hartmut Kühl eine ganze Volkstrauerwoche konzipiert.

Voriger Artikel
Neue Kita offiziell eingeweiht
Nächster Artikel
Jugendstil-Haus soll bleiben

Hartmut Kühl (von rechts) hat mit Pastor Martin Rühe, Birgit Schwirtz, Bürgermeister Christian Thomann, Margot Santen und Inge Tempel sowie Andreas Harms (nicht auf dem Foto) ein interessantes Programm zum Thema Volkstrauertag auf die Beine gestellt.

Quelle: Detlef Dreessen

Rickling. Er habe sich in den vergangenen Jahren daran gestört, „dass die Teilnahme am Volkstrauertag immer erbärmlicher wurde“, berichtete Kühl, Leiter einer Einrichtung für Trauernde in Neumünster.

 Um eine zeitgemäße Form der Auseinandersetzung mit dem kriegerischen Sterben und Töten zu finden, bat Kühl vor einem Jahr Menschen des öffentlichen Lebens um Hilfe. Seitdem treffen sich Kühl, Pastor Martin Rühe, Birgit Schwirtz (Landfrauen), Bürgermeister Christian Thomann, Margot Santen (Seniorenbeirat), Inge Tempel (Sozialverband) und Andreas Harms (Ortshandwerkerschaft) alle sechs Wochen.

 Ganz einfach sei es nicht gewesen, berichtete Bürgermeister Thomann. Die Feuerwehr habe mehrheitlich darauf bestanden, äußere Elemente des Volkstrauertages beizubehalten, wie zwei Ehrenwachen, die neben einem der Gedenksteine stehen. In den Gesprächen habe man einen gemeinsamen Weg gefunden: Die Ehrenwache wird in das Zeremoniell eingebunden, andererseits beteiligen sich Feuerwehrleute am Entzünden von Kerzen, die in einem Friedensgottesdienst an verschiedene Opfergruppen erinnern sollen.

 Nicht nur die gefallenen Soldaten und andere Opfer der zwei Kriege sollen im Fokus stehen. Es soll auch deutlich werden, wie schnell ein Regime entstehen kann, das unendliches Leid hervorruft, erläutert Kühl.

 Die erste Veranstaltung der Ricklinger Volkstrauerwoche widmet sich am 7. November dem Widerstandskämpfer Georg Elser. Eine Bombe, die Elser am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller zündete, verfehlte Reichskanzler Adolf Hitler, weil er den Gasthof kurz vor der Detonation verlassen hatte. Die Gruppe zeigt in der Alten Schule einen Film und eine Ausstellung über Elser, der kurz vor Ende des Krieges hingerichtet wurde.

 Am 10. November zeichnet der Hamburger Historiker und Archivar des Landesvereins Dr. Harald Jenner nach, wie der Landesverein in die Greueltaten der Nazis verstrickt war.

 Den Abschluss bildet ein Friedensgottesdienst am Sonntag, 13. November, in der Ricklinger Kirche mit anschließendem gemeinsamen Gang zum Mahnmal. Kühl und Rühe wollen mit der Vorstellung von einem Gott aufräumen, der Krieg und Gewalt will. „Bilder von Gott wollen wir zeigen, die uns helfen, den Frieden zu wahren.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3