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VR-Bank schließt Filiale

Rickling VR-Bank schließt Filiale

Während die Gemeindevertreter Ricklings gerade ihr Dorf durch verschiedene Entwicklungen wie ein Baugebiet, ein Dorfzentrum und andere Maßnahmen zukunftsfähig machen wollen, kommt ein Schlag ins Kontor: Die VR-Bank Neumünster hat angekündigt, ihre Filiale im Ort zu schließen.

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Die Filiale der VR-Bank in Rickling soll geschlossen werden.

Quelle: Detlef Dreessen

Rickling. Damit wird nach der Filiale der Sparkasse Südholstein nun auch das letzte verbliebene Geldinstitut geschlossen. Am 30. November werde der Schritt vollzogen, sagte VR-Bank-Vorstand Dirk Dejewski gestern der Segeberger Zeitung. Die Zeitschrift Capital zitierte Dejewski in ihrer Ausgabe 2/2016 noch mit den Worten: „Ich bin überzeugt, dass sich vernünftig geführte Filialen auch in Zukunft sehr wirtschaftlich werden betreiben lassen.“

 Doch für Rickling kommt es nun anders. Zwei der drei Mitarbeiter verlassen in den kommenden Monaten die Filiale, sagt Dejewski. Renate Hübner gehe nach fast 50 Jahren in den Ruhestand, Alexandra Stahl wolle in Einfeld stellvertretende Filialleiterin werden. Zudem habe eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Filiale ein negatives Ergebnis gebracht: „Die Geschäftsstelle entwickelte sich wirtschaftlich nicht, wie wir uns das vorstellten.“

 1300 Ricklinger sind bei der VR-Bank Kunde. „Aber es kamen nicht mehr allzu viele in die Filiale“, sagte Dejewski. Jüngere Kunden nutzen das Online-Banking. Zudem musste wegen neuer Auflagen jedes Mal, wenn komplexere Beratungen anstanden wie eine Hausfinanzierung oder eine Investition eines Unternehmers, ein Experte aus der Zentrale in Neumünster nach Rickling kommen.

 Mit zwei Filialen in Wahlstedt und Trappenkamp in jeweils fünf Kilometern Entfernung hätten die Ricklinger auch weiterhin Möglichkeit, etwa beim Einkaufen einen Abstecher zum persönlichen Gespräch mit dem Bank-Berater zu machen, erklärt der VR-Bank-Vorstand.

 Ricklings stellvertretender Bürgermeister Keno Jantzen schimpfte: „Das nehmen wir nicht so hin! Das schwächt unsere Infrastruktur.“ Er rechnet damit, dass die Ricklinger aufgebracht zur Gemeindevertretersitzung am heutigen Dienstag ab 20 Uhr im Feuerwehrhaus in Rickling kommen. Dass die VR-Bank nach wirtschaftlichen Kriterien entscheidet, sei nachvollziehbar. „Aber für die ältere Bevölkerung ist das ein Einschnitt.“

 Dejewski gesteht das ein. Man wolle in den kommenden Monaten auf dem Wege persönlicher Gespräche erörtern, wo die Kunden Probleme sehen und wie man ihnen helfen kann.

 Damit die Kunden weiter Bargeld abholen können, soll ein Geldautomat auf jeden Fall erhalten bleiben. Mit Hilfe von Bürgermeister Christian Thomann werde auch versucht, eine Annahmestelle für Überweisungsträger anzubieten, erklärte Dejewski. Ein Briefkasten sei keine sichere Lösung, weil Kriminelle es immer wieder schaffen, Überweisungsträger herauszufischen und dann Unterschriften kopieren.

 Der Bankvorstand kündigte für Donnerstag ein Pressegespräch an, in dem er alle Einzelheiten erläutern wolle. Auf jeden Fall versprach er: „Wir wollen Rickling nicht allein lassen.“

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