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120000 Liter Gülle im Dorf

Pronstorf-Strenglin 120000 Liter Gülle im Dorf

Güllealarm im Kreis Segeberg: Rund 120000 Liter des stinkenden Düngers sind am Freitag in Strenglin (Gemeinde Pronstorf) aus einem geborstenen Tank ausgelaufen. Als die Feuerwehr eintraf, war bereits Gülle in die Kanalisation geflossen.

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Güllealarm im Kreis Segeberg: Rund 120.000 Liter sind am Freitag in Strenglin ausgelaufen.

Quelle: Gerrit Sponholz

Strenglin. Was für eine Riesensauerei: Ein kniehoher Jaucheschwall, eine Mischung aus Schweine-Urin und -Kot, ergoss sich über halb Strenglin (Gemeinde Pronstorf). Ein Güllebehälter eines Hofes auf der Anhöhe im Dorf war kurz nach 10 Uhr geborsten. Etwa 120000 Liter stinkender Flüssigkeit flossen in Straßen, Gärten, Hundezwinger, Gräben, die Kanalisation und den Feuerlöschteich. Viele Feuerwehren und Umweltschutztrupps waren im Einsatz. 

Das Schlimmste konnte verhindert werden. Nach Angaben von Armin von Anshelm von der Kreiswasserbehörde sind weder die Klärteiche gekippt noch wird Jauche das Grundwasser gefährden. Die Sanierungsarbeiten werden aber wohl noch lange dauern. Die Polizei ermittelt. Eine Ursache steht noch nicht fest.

Die Wehren versuchten sofort, mit Dichtkissen den weiteren Zufluss der Gülle in die Kanalisation und die Straßen zu verhindern“, berichtet Sönke Möller vom Kreisfeuerwehrverband. Eine Feuerwehr eilte auch zu den Klärteichen. Sie drohten unter der herein fließenden Güllelast zu kollabieren. Auch dort wurde am Zufluss sofort ein Dichtkissen gesetzt, lobte Armin von Anshelm vom Kreis. Vom herkömmlichen Abwasser in den Klärteichen wurde vorsorglich ein Teil abgepumpt, berichtete Marco Zickermann, Gemeindewehrführer von Pronstorf. Das sollte Platz schaffen für einen möglichen späteren Güllezustrom. Außerdem sollte durch Abdichtungen an vielen Punkten im Ort verhindert werden, dass die Gülle in die Au an der Strengliner Mühle gerät, der Talsohle im Dorf. „Die Gülle ist wassergefährdend“, sagte Zickermann. „Sie frisst viel Sauerstoff.“ Die Folge wäre ein Fischesterben. Das konnte dem ersten Anschein nach verhindert werden. 

Landwirte leisteten Hilfe

Außerdem rückten viele Landwirte und landwirtschaftliche Dienstleister mit ihren leeren Güllewagen an. Ziel war, so viel Gülle wie möglich aufzunehmen von Straßen, Gräben und Feuerlöschteich, der komplett leergepumpt werden musste.

Glück im Unglück: Weil kürzlich die Frostperiode endete, hatten viele Landwirte Gülle auf den Feldern ausbringen können und ihre Tanks bereits teilweise geleert, so dass sie die Gülle aus Strenglin lagern können.

Hier sehen Sie Bilder von dem Gülle-Unfall in Strenglin.

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Nach Angaben von Peter Mannke vom Ermittlungsdienst Umwelt des Polizei-Autobahn und Bezirksreviers Bad Segeberg hatte der Güllebehälter auf dem Hof ein Fassungsvermögen von 200 Kubikmetern. Gefüllt gewesen sei er mit etwa 120 Kubikmetern. Der Behälter sei aus Holz gewesen, eingefasst von Metallspannringen. Das Fundament sei aus Beton, sagte Mannke. 

Hofbesitzer waren mit dem Nerven am Ende

Der Behälter ist komplett geborsten, die Gülleflut hat auch einen Hofschuppen teilweise beschädigt und einen Tank mit sich gerissen. Den Schuppen musste das Technische Hilfswerk abstützen. Gutachter sicherten Bauteile des Behälters. 

Über die Höhe des Schadens und die Ursache wollte kein Behördenvertreter Angaben machen. Auch die Hofbesitzer nicht. Sie waren mit den Nerven am Ende.

Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW beteiligt. Ein Feuerwehrmann verletzte sich leicht, konnte später aber schon wieder mit anpacken. Alle Beteiligten, die direkten Kontakt mit der Gülle hatten, wurden vor Ort noch grob gereinigt. Der Einsatz für Feuerwehr und THW konnte gegen 18 Uhr beendet werden, vor Ort waren die Feuerwehren Strenglin, Wulfsfelde-Reinsbek, Bad Segeberg, Geschendorf, Klein Rönnau, Eilsdorf und Goldenbek sowie die Gefahrguterkundung Amt-Trave-Land.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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