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Gasthof wird Asylheim - nur wie?

Rohlstorf-Warder Gasthof wird Asylheim - nur wie?

Der Kreis will den Gasthof am See in Warder kaufen, um 100 Asylbewerber unterzubringen. Das sind zu viele, sagen Gegner aus dem Dorf und haben einen Alternativplan vorgelegt, mit einer Belegung für maximal 84 Flüchtlinge: Rohlstorf müsste das Haus kaufen und dem Amt Trave-Land vermieten.

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Ein Initiativkreis aus Rohlstorf legte ein Konzept vor, wonach die Gemeinde den Gasthof am See in Warder kauft und dort über das Amt Trave-Land Asylbewerber unterbringen lässt.

Quelle: Dierk E. Seeburg

Rohlstorf. Diskutiert wird der 32-seitige Plan während der Gemeindevertretersitzung am Montag, 30. November, ab 19.30 Uhr in der Alten Schule.

 Andreas Bauer etwa, Fraktionschef der Aktiven Rohlstorfer, hatte sich für einen Kauf durch die Gemeinde starkgemacht. Er und die anderen Initiatoren befürchten, dass andernfalls der Kreis bis zu 300 Asylbewerber einquartiert. Bei einer Nutzung als Erstaufnahmeeinrichtung erhielte der Kreis 70 Prozent Zuschuss. Dann kämen medizinisch nicht untersuchte Asylbewerber ins Dorf, könnten Läuse oder Tuberkulose einschleppen, befürchten die Kritiker. Außerdem würde der Personenkreis oft wechseln. Eine große Einrichtung wäre ein Fremdkörper, der Dorfcharakter ginge verloren, behindere die Integration.

 Der Gegenvorschlag der Initiative: Rohlstorf kauft das Gebäude und vermietet es an das Amt Trave-Land, das seine eigenen Asylbewerber einquartiert. Der Verkäufer möchte 1,2 Millionen Euro. Angeblich, so die Initiatoren, habe der Kreis schon auf 950000 Euro heruntergehandelt. Der Gebäudezustand sei „besser als erwartet“. Die Gesamtkosten für Rohlstorf lägen, je nach Kaufpreis und Umbau, zwischen 1,16 und 1,45 Millionen Euro. Die Kfw-Bank gebe zinslos Kredit. Die Gemeinde - so das Alternativkonzept weiter - soll den Gasthof für fünf, maximal zehn Jahre ans Amt vermieten. In den 42 Zimmern könnten 50 Asylbewerber leben, maximal 84. In Notzeiten sei für bis zu zwei Monate auch noch ein Schlafsaal mit 20 Plätzen denkbar. Die Kaltmiete liege dann bei 272 Euro pro Flüchtling und Monat.

 Die Restschuld für Rohlstorf betrüge dem Entwurf zufolge bei 50 Asylbewerbern nach fünf Jahren maximal 811000 Euro, nach zehn Jahren bis zu 175000 Euro. Bei 84 Plätzen wären nach fünf Jahren 367000 Euro zu tilgen. Notfalls könnte die Gemeinde den Gasthof danach abreißen und Bauland daraus machen. Erlös: rund 550000 Euro. Damit die Gemeinde nach fünf Nutzungsjahren nicht auf einem Minus von maximal 260000 Euro sitzen bleibt, könne die Gemeinde einen Fonds gründen, in den Bürger und Betriebe einzahlen, oder die Steuerhebesätze erhöhen.

 Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer sollen die Asylbewerber unterstützen, schlägt die Initiative vor. Geplant sind ein Café, Räume für Sprachunterricht, Bastlerwerkstatt und Gebetsräume. Pädagogen des Internats in Rohlstorf könnten helfen, die Polizei ein Sicherheitskonzept erstellen. Anfang 2016 könnten Asylbewerber einziehen, so die Initiatoren.

 Ein Bürgerentscheid über einen Kauf, wie noch in der jüngsten Sitzung geplant, wird wohl zu den Akten gelegt, sagt Bürgermeister Dirk Johannsen. Er würde zu lange dauern. Also müssten die Gemeindevertreter entscheiden. Zum Konzept der Kaufbefürworter wollte er noch nichts sagen. Tendenziell sei die fünfköpfige CDU-Fraktion abgeneigt, sagt Johannsen. Auch Michael Roelofs, Mitglied der dreiköpfigen Fraktion Aktive Rohlstorfer, lehnt den Kauf ab. „Das kann sich Rohlstorf nicht leisten.“ Skeptisch ist auch die drei Mitglieder starke SPD-Fraktion. Andreas Bernitt etwa vermisst im Konzept Mietsicherheiten vom Amt sowie realistische Zahlen zu Personalkosten und Heizungsumbau.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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