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Zufrieden mit Kirchensanierung

Rohlstorf-Warder Zufrieden mit Kirchensanierung

Die romanische Kirche zu Warder aus dem 12. Jahrhundert ist saniert. Nur noch Restaufgaben sind zu erledigen. Die Arbeiten für rund 530000 Euro haben mehrere Überraschungen zu Tage gefördert, unter anderem einen vermutlich jahrhundertealten früheren Eingang.

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Neu verfugt wurden die Steine in den Mauern der Kirche zu Warder, erklärt Pastor Roland Scheel.

Quelle: Gerrit Sponholz

Rohlstorf. Nicht nur, dass der Kostenrahmen eingehalten werden konnte, wie Pastor Roland Scheel berichtet. .Auch wurde im Zuge der Bauarbeiten ein alter Zugang auf der Nordseite freigelegt. Die Türschwelle aus Granit ist stark abgenutzt. Vermutlich stammt sie aus der Gründerzeit des Bauwerks, sagt Scheel. Somit wäre sie über 800 Jahre alt.

 Eine weitere gute Nachricht: Der Boden rings um die Kirche muss nicht abgetragen werden. Das erspart Ausgaben von 10000 bis 15000 Euro. Sie wären so hoch gewesen, weil auch ein Tank hätte ausgebuddelt werden müssen. Wie sich aber herausstellte, dringt von dort keine Feuchtigkeit ins Mauerwerk ein. Der wachsende Bodensaum hatte sich im Laufe der Jahrhunderte durch Bestattungen rund um die Kirche angesammelt.

 Vor gut einem Jahr war mit der Sanierung begonnen worden. Die Nordmauer musste mit achtzig Mauerankern stabilisiert werden. Gerechnet worden war damit, dass nur zwölf nötig würden. Auch die Ostwand benötigte eine Abstützung. In mehreren Mauern wurden Zementfugen durch Gips ersetzt. „Und zwar einer Mischung, die der chemischen Zusammensetzung exakt dem Ursprungsmaterial entsprach“, sagt Scheel. Geholfen haben dabei eine Gipsbrennerei aus dem Harz und mehrwöchige Experimente von Handwerkern aus Güstrow, um eine richtige und langlebige Mischung zu finden. „So durfte der Gips nicht zu dick aufgetragen werden, und aus dem Mix mussten die Luftbläschen herausgeschlagen werden.“ Scheel geht davon aus, dass diese Erfahrungswerte auch anderen Kirchengemeinden bei deren Bausanierung helfen werden. Er rechnet damit, dass frühestens in 50 Jahren wieder größere Reparaturen anstehen. Was Scheel immer noch erstaunt: Die Gipskirchenwand in Warder sei zehn Mal stabiler als eine Stahlbetonwand. Ersetzt wurden auch Tonpfannen des Kirchdachs. Der Blitzschutz muss noch erneuert werden.

 „Wir sind sehr, sehr zufrieden mit dem Bauverlauf“, sagt Pastor Scheel. Eine große Eröffnungsfeier ist nicht geplant. „Die Kirche war ja nicht geschlossen, sondern ist die ganze Zeit über genutzt worden.“ Allerdings hatte er sich schon im Erntedankgottesdienst bei den vielen Zuschussgebern bedankt. Darunter sind die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Agnes-Gräfe-Stiftung, die Plantikow-Stiftung und die Katharina & Gerhard Hoffmann Stiftung. Geld gaben auch Bingolotto, die EU-Aktivregion Holsteins Herz, der Kirchenkreis Plön-Segeberg und private Spender unter den 1700 Kirchenmitgliedern. 100000 Euro wurden als Kredit aufgenommen.

 Mit einer alten Tradition will Pastor Scheel auch nach der Sanierung nicht brechen. Die Kirche werde weiterhin keinen besonderen Eigennamen erhalten: „Sie hatte noch nie einen.“ Deshalb bleibt es bei: Kirche zu Warder.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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