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Thönnes macht nicht weiter

SPD-Bundestagsabgeordnete Thönnes macht nicht weiter

Der Kampf um das Bundestagsmandat 2017 im Wahlkreis Segeberg/Stormarn-Mitte wird spannend. Am Dienstag überraschte Franz Thönnes (SPD) aus Ammersbek (Kreis Stormarn) mit der Ankündigung, nicht mehr anzutreten. Der 61-Jährige gehört dem Bundestag seit 1994 an.

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Franz Thönnes zieht sich aus dem Bundestag zurück.

Quelle: Patricia König

Kreis Segeberg. „Nach 32-jähriger parlamentarischer Tätigkeit und einem 47-jährigen Arbeitsleben als Industriekaufmann, Gewerkschaftssekretär, Bundestagsabgeordneter und siebenjähriger Zeit als Staatssekretär“ bewerbe er sich nicht mehr um ein Mandat, erklärt der Politiker. Er habe ein erfülltes politisches Leben gehabt, sagt Thönnes. Ein Höhepunkt sei etwa gewesen, als er als Parlamentarischer Staatssekretär die Interessen der Europäischen Union in einer UNO-Sitzung zur Behinderten-Konvention vertreten durfte.

Die Vermutung, dass sein Wiedereinzug in den Bundestag schwierig geworden wäre wegen der SPD-Schwäche und der wenigen sicheren Listenplätze, weist Thönnes weit von sich. Sein Schritt habe nichts mit Wahlaussichten zu tun. Einen möglichen Nachfolger als SPD-Kandidat schlägt er nicht vor. Über das Nominierungsverfahren müssten sich jetzt die beiden SPD-Kreisverbände verständigen. Die SPD plant den Nominierungsparteitag für Mittwoch, 2. November. Interesse an einer Bewerbung hat Alexander Wagner aus Westerrade, einst Büroleiter von Thönnes und Kreisvorsitzender der Jungsozialisten, derzeit Beisitzer im SPD-Landesvorstand, Kreistagsabgeordneter und persönlicher Referent von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer: „Ich denke darüber nach.“

In der Partei waren die führenden Kräfte von der Ankündigung von Thönnes überrascht worden. „Das finde ich schade“, sagt Segebergs SPD-Kreisvorsitzender Stefan Weber. „Ich schätze Thönnes und seine Arbeit. Er vertritt den Wahlkreis sehr gut.“ Thönnes gehe aus freien Stücken, versichert Weber. Es habe keinen Streit gegeben. Weber will sich jetzt mit der SPD Stormarn und deren Vorsitzender Susanne Danhier in Verbindung setzen. Weber selbst will nicht antreten. Er möchte in den Landtag. Ob nach dem Stormarner Thönnes jetzt wieder ein Segeberger an der Reihe ist, sei kein Thema, sagt Weber. Der Wohnort spiele keine Rolle. Thönnes habe auch Segeberg immer gut vertreten. Von möglichen Bewerbern in der Partei habe er nichts gehört. Das sagt auch Susanne Danhier für ihren Bezirk. Keiner scharre mit den Hufen. Sie will sich nicht bewerben, sie zieht es eher in den Landtag. Danhier bedauert den Rückzug von Thönnes: „Das ist ein großer Verlust und sehr schade. Er ist ein super Bundestagsabgeordneter, fleißig und engagiert.“

Konkurrent Gero Storjohann (CDU) zeigte sich ebenfalls überrascht von der Nachricht von Thönnes. Er habe gut mit ihm zusammengearbeitet, etwa in der deutsch-nordischen Parlamentariergruppe. „Wir haben uns schätzen gelernt.“ Storjohann und Thönnes hatten sich immer einen Wettkampf um das Direktmandat im Wahlkreis geliefert. Meist gewann Storjohann, zuletzt mit deutlichem Vorsprung. Thönnes rückte dann als Listenkandidat seiner Partei in den Bundestag. In den 1990er-Jahren hatte es Thönnes noch mit Peter Kurt Würzbach (Klein Rönnau) zu tun gehabt.

Einem harten Wettbewerb stellte sich Thönnes ganz zu Beginn seiner Bundeskarriere, als er innerhalb der SPD erstmals seinen Hut in den Ring warf für eine Bewerbung zur Bundestagswahl 1994. Er schlug den langjährigen Segeberger Abgeordneten Günther Heyenn aus dem Feld. Seitdem gehörte Thönnes dem Bundestag ununterbrochen an, als Sozialpolitiker und Ostsee-Parlamentarier etwa machte er sich einen Namen, auch als Parlamentarischer Staatsekretär. Thönnes kündigte an, sein Mandat bis zum Ende der Wahlperiode mit voller Kraft auszuüben und die SPD im Wahlkampf zu unterstützen.

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