23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Was läuft bei der Blutspende?

Ein Blick hinter die Kulissen in Leezen Was läuft bei der Blutspende?

66 Spender kamen zum jüngsten Blutspendetermin in die Schule. Sieben davon waren Erstspender. Was sie beim Aderlass erwarten würde, wussten sie vorher nicht. Ebenso wenig, was Helfer vom Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) für das Büfett vorbereitet hatten. Die Segeberger Zeitung fragte nach und schaute genau hin.

Voriger Artikel
Gelbe Säcke werden ab Mai zugeteilt
Nächster Artikel
Tankstelle überfallen

Robert Žack vom Blutspendedienst kontrolliert den Hämoglobin-Wert von Johannes Peschke. Der Bad Segeberger spendete zum ersten Mal Blut. Gespannt verfolgte sein Sohn Phillipp verfolgte das Ganze,

Quelle: Baier

Leezen. Zwei Tage vor dem Termin in ihrem Dorf startete Renate Drews vom DRK-Ortsverein Leezen ihren gewohnten Großeinkauf. Sie organisierte das Büfett, an dem sich die Spender nach der Entnahme stärken konnten. Drei Schwarz-, vier Meter- und vier Mischbrote sowie 60 Eier, Lachs, Wurst, Käse und Mett standen auf ihrem Einkaufszettel. Die Eier werden zu Hause gekocht. Und Gurken, Paprika und anderes Gemüse wurde ebenfalls in der heimischen Küche geschnippelt.

 90 Minuten bevor die ersten Spender kamen, traf sich Renate Drews mit ihren sieben Helferinnen. Seit 17 Jahren ist die 75-Jährige selbst dabei. Angefangen hatte ihr ehrenamtliches Engagement in der Kleiderkammer des DRK-Ortsvereins. „Dann wurde Hilfe beim Blutspenden benötigt“, erzählte sie. Selbst Blut gespendet, hat sie auch. „25 Spenden habe ich geschafft, danach durfte ich nicht mehr.“

 Ebenfalls eineinhalb Stunden vorher erschien das Team des Blutspendedienstes aus Lütjensee (Kreis Stormarn). Für die fünf Mitarbeiter des DRK heißt es: Liegen aufbauen, Blutbeutel vorbereiten und die Technik anschließen.

 Punkt 16 Uhr startete die Aktion in der Leezener Schule. Margarete Lang vom Ortsverein übernahm die Anmeldung. Dort registrierte sie die Spender und händigte ihnen den Fragebogen aus. Die Erstspender erhielten zudem eine Datenschutzerklärung. „Wir informieren in dem Schreiben, welche Daten auf den Spenderausweis kommen“, erklärte DRK-Pressereferent Harald Hinz. Auf den Fragebögen wird unter anderem abgefragt, wie sich der Spender fühlt, ob er in den vergangenen Wochen Operationen hatte oder ob er Medikamente nimmt. Das DRK stellt damit sicher, dass der Spender körperlich fit ist. Zusätzlich gibt es einen Bogen, der sich „Vertraulicher Selbstausschluss“ nennt. Dort kann angekreuzt werden, ob das Blut verwendet werden darf oder vernichtet werden soll. Dieser Bogen richtet sich beispielsweise an Menschen, die einem erhöhten HIV- und Hepatitis-Risiko ausgesetzt sind. „Es kann immer mal vorkommen, dass eine Fußballmannschaft gemeinsam spenden möchte und einer dürfte eigentlich nicht, sich aber nicht outen möchte“, erklärte Hinz die ungewöhnliche Maßnahme.

 Heiko Rehders aus Leezen war zum ersten Mal dabei. „Ich habe neulich einen Organspendeausweis ausgefüllt. Dabei kam mir der Gedanke, auch Blut zu spenden“, berichtete er. Auch Johannes Peschke (Bad Segeberg) ist Erstspender. Er hatte den Fragebogen schon ausgefüllt und wurde von Teamassistent Robert Žak über die Hämoglobin-Prüfung aufgeklärt. Der Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) sagt aus, wie hoch der Eisengehalt im Blut ist. Männer müssen mindestens 13,5 Gramm pro Deziliter haben, Frauen 12,5 Gramm, um zur Blutabnahme zugelassen zu werden. 15,4 war der Hb-Wert von Peschke. Er war aus Neugierde gekommen: „Und ich wollte mal meine Blutgruppe erfahren.“ Die bekommt er aber noch nicht mitgeteilt. Erst wenn Peschke seinen Blutspenderausweis zugeschickt bekommt, erfährt er, welche Blutgruppe er hat. Das kann bis zu vier Wochen dauern. Die beiden häufigsten Blutgruppen in Deutschland sind mit 43 Prozent A, gefolgt von der Blutgruppe 0 mit 41 Prozent.

 Die letzte Hürde, die alle Spender nehmen mussten, war die ärztliche Untersuchung. Dort wurde der Fragebogen durchgegangen. Auch letzte Unsicherheiten wurden ausgeräumt. „Sieben bis acht Prozent dürfen nicht spenden“, erklärte Harald Hinz. Gibt der Arzt sein Okay, geht es zur Blutentnahme. 500 Milliliter werden abgezapft. 56 Tage müssen zwischen zwei Spenden liegen. „Männer dürfen sechs Mal im Jahr spenden, Frauen nur vier Mal.“ Das liegt an der Menstruationsblutung, durch die Blut verloren wird.

 Bereits mehr als 100 Mal hatte Uwe Mäkelburg aus Bad Segeberg schon Blut gespendet. Dem Routinier musste DRK-Rettungsassistent und Fachkraft für Blutabnahme Ingo Holthusen nicht mehr viel erklären. Bis zu zehn Minuten dauert das Abzapfen des roten Körpersaftes. Bevor Holthusen anfangen durfte, beschriftete sein Kollege Werner Reichwald die Blutkonserven und Teströhrchen, damit sie dem jeweiligen Spender zugewiesen werden konnten.

 Zehn Minuten nach der Abnahme sollten sich die Spender noch ausruhen, ehe sie zum Essen durften. 30 Minuten sollten sie kein Auto fahren. Bis 20 Uhr dauerte der Termin in Leezen. Für die Damen des Ortsvereins und die DRK-Mitarbeiter war aber noch kein Feierabend. Gut eine Stunde brauchen sie zum Abbauen und Aufräumen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige