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Teure Überraschungen im Turm

Leezen Teure Überraschungen im Turm

Die Bauarbeiten in der Leezener Kirche haben länger gedauert und wurden teurer als geplant. Aber jetzt ist die grundlegende Reparatur an den Holzkonstruktionen des Turms und des Dachs beendet. Die Kosten stiegen von ursprünglich veranschlagten 210000 auf 260000 Euro.

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Architekt Achim Kölbel (von links) stellte gemeinsam mit den Kirchenvorstehern Peter Tietgen, Pastorin Anett Penner und Hans-Martin Tappenbeck die fertiggestellten Sanierungsarbeiten am Leezener Kirchturm vor.

Quelle: Andreas Wicht

Leezen. Jetzt geht es daran, dem bemerkenswerten Gebäude mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu verschaffen als bisher. Von außen kennen die Kirchgänger den eher unscheinbaren, mit Schindeln gedeckten Turm, nicht jedoch von innen, wo eine beeindruckende Holzkonstruktion den Blick auf sich zieht. Das Bauwerk ist etwa 20 Meter hoch, der Eingang von den Mauern des Kirchenschiffs umgeben. Der 500 Jahre alte Turm gehörte im Mittelalter zu der damaligen Feldsteinkirche und beherbergt heute noch die Glocken der 1870 gebauten Leezener Kirche.

 „Wer sich traut, darf die steile Treppe bis zum Geläut aufsteigen“, sagt Pastorin Anett Penner. Es soll ein abenteuerliches Vergnügen sein. „In den Eingangsbereich des Turms wird eine barrierefreie Toilette eingebaut und der Vorraum ist dann öffentlich zugänglich, damit unser Kleinod endlich Beachtung findet“, kündigt sie weiter an.

 „Leider gingen die Arbeiten durch immer neue Überraschungen nur sehr schleppend voran“, bedauert Kirchenvorsteher Hans-Martin Tappenbeck. Außerdem dauerte die Erstellung eines Holzgutachtens ein ganzes Jahr. So kam es, dass die 2012 begonnene Sanierung des Kirchturms aus dem 15. Jahrhundert erst jetzt abgeschlossen werden konnte.

 Mit der Fertigstellung der übrigen Ausbauten wie dem Einbau der barrierefreien Toilette, der Beleuchtung und der Heizung wird noch in diesem Jahr gerechnet. Eine Rampe zum Turmeingang ersetzt bereits die ursprüngliche Treppe an dieser Stelle.

 Das Gutachten hatte nicht alle vorhandenen Schäden aufgedeckt. Vor allem der Hausschwamm, der sich an einigen Balken in Kontakt mit dem alten Mauerwerk gebildet hatte, bereitete Probleme, die erst mit dem Aufschneiden von Holz und Stein sichtbar werden konnten. „Gegen echten Hausschwamm gibt es keine chemischen Mittel, da hilft nur der komplette Austausch befallener Holzteile“, erläutert Architekt Achim Kölbel. Auch befallene Teile der Dachkonstruktion und des Mauerwerks mussten ausgetauscht werden. Das hieß für die Arbeiter, kreativ und mit allergrößter Sorgfalt zentnerschweres Eichenholz durch enge und schwer zugängliche Bereiche zu manövrieren. Jetzt sind die aufwendigen Arbeiten nicht mehr vom mittelalterlichen Bau zu unterscheiden. „Das haben wir auch einer Hamburger Spezialfirma zu verdanken, die nach alter Bauweise saniert“, lobt Architekt Kölbel.

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