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Turm drohte sogar der Einsturz

Kirchensanierung in Bad Bramstedt Turm drohte sogar der Einsturz

Wenn es um die Sanierung uralter Gemäuer geht, drohen teure Überraschungen. So auch bei der Maria-Magdalenen-Kirche. Dennoch schaffen es die Planer nach jetzigem Stand, den gesteckten Kostenrahmen von 890000 Euro um nicht mehr als rund 30000 Euro zu überschreiten. Für die Spender gab es einen Rundgang vor Ort.

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Architekt Torsten Ewers (links) zeigte einigen Spendern auf einem Rundgang, wie weit die Sanierungsarbeiten schon fortgeschritten sind.

Bad Bramstedt. Seit knapp einem halben Jahr wird die Maria-Magdalenen-Kirche saniert. Während die Arbeiten am Kirchenschiff fast abgeschlossen sind - und dort schon wieder Gottesdienste stattfinden -, gehen die Arbeiten am Turm noch weiter. „Das ist eigentlich der schlimmere Teil, der Glockenturm fordert uns wirklich“, sagte Architekt Torsten Ewers.

 Erst im Verlauf der Sanierung war zutage getreten, dass der Turm ein Holzbauwerk ist. Er wurde etwa um das Jahr 1635 an die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtete Kirche angebaut. Beim Umbauten in späteren Jahren wurden viele Holzbalken dreiseitig eingemauert, erklärte Ewers. Das führte dazu, dass die ohnehin vorhandene Feuchtigkeit, die im Laufe der Jahre ins Mauerwerk zog, Kondensat gebildet hat. Dadurch gammelten die bis zu 30 mal 30 Zentimeter dicken Balken im Laufe der Jahrhunderte stark durch, sodass sie kaum noch den Anforderungen an die Statik des Turms genügen. „Diese Balken werden, so nennen es die Zimmerleute, gesund geschnitten“, erklärte Ewers: Die verfaulten Holzschichten werden abgetragen. Außerdem müssen die Balken von der Ummantelung aus Beton und Steinen so weit befreit werden, dass die Luft rundum zirkulieren kann.

 Damit die Statik wieder stimmt, müssen einige Stahlträger ergänzend eingebaut werden - ein Spagat zwischen Denkmalschutz und Stabilität. „Es ist aber selbst für die Fachleute manchmal schwer nachzuvollziehen, welche Kräfte auf welchen Balken wirken“, machte der Architekt deutlich. Es muss, so erklärte er auf dem Rundgang, auch ausgewogen auf allen Seiten des Seiten des Turms gearbeitet werden, damit keine zu starke einseitige Belastung dort auftritt, wo beispielsweise gerade frisch gemauert wurde.

 Wie schlimm es um den Turm stand, führte Stefan Dörksen, Vorsitzender des kirchlichen Bauausschusses und ständiger Begleiter der Arbeiten, den Besuchern anhand eines mit Bildern untermauerten Vortrages vor Augen: „Einige Stellen waren so marode, dass die Gefahr eines Einsturzes bestand, da auf dem Turm, unter anderem durch das Geläut, sehr viel Gewicht lastet.“

 Außerdem müssen die Sanierer darauf achten, dass der Glockenturm nicht, wie in früheren Zeiten, seine Schwingungen auf das Mauerwerk übertragen kann. Andernfalls kann es zu Beschädigungen am Mauerwerk kommen, erklärte Ewers.

 Das Kirchenschiff ist schon wieder nutzbar, das Dach neu eingedeckt. Dennoch werden die Konfirmanden in diesem Jahr nicht, wie gewohnt, durch das Kirchengeläut aus dem Gemeindehaus in die Kirche gerufen werden können, bedauert die Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Ina Koppelin. Denn dazu müsste zunächst einmal die Sanierung des Glockenturmes abgeschlossen sein. Vor der Abnahme müssen alle Glocken zum Schwingen gebracht werden. Mit den Händen am Mauerwerk werde dann geprüft, wie stark die Schwingungen übertragen werden, erklärte Torsten Ewers. „Wenn es demnächst also besonders laut läutet, handelt es sich nicht um eine Festivität“, meinte der Architekt augenzwinkernd.

 Zwar sei die Spendenbereitschaft sehr hoch - derzeit sind rund 37000 Euro geflossen -, freut sich Ina Koppelin. Dennoch hofft die Kirchengemeinde auf weitere finanzielle Unterstützung, damit der Eigenanteil von 250000 Euro in möglichst geringem Maße über Kredite finanziert werden muss. „Es sind zwar auch Rücklagen vorhanden, wir haben aber noch mehr Gebäude, als nur die Kirche“, betonte Bauausschussvorsitzender Dörksen.

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Uwe Straehler-Pohl

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