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Pfadfinder sind „allzeit bereit“

Sarau Pfadfinder sind „allzeit bereit“

Pfadfinder sind selten geworden in Holstein. Aber nicht in Sarau. Dort gibt es 50 junge Menschen im Stamm Sarowe. Es scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein, dass ein Kind aus Sarau – ganz egal, ob Junge oder Mädchen – mit acht Jahren zu den Wölflingen geht, denn da beginnt das Pfadfinderleben.

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Finley Bliesch (8) malt mit Pfadfinderin Denise Rabenhorst (17) und Lina Knoppke (10) aus Sarau Bilder zum Thema Leben für einen Gottesdienst.

Quelle: Andreas Wicht

Sarau. Wölflinge nennen sich die jüngsten 20 Stamm-Mitglieder im Alter zwischen fünf und acht Jahren. Darauf folgt die Gruppe der Wächter im Alter von neun oder zehn Jahren. Jungpfadfinder bilden die letzte Vorstufe zum vollwertigen Pfadfinder. Zumeist tragen diesen Titel Jugendliche ab zwölf Jahren.

 „Gegründet wurde der Stamm christlicher Pfadfinder in Sarau vor 34 Jahren von der damaligen Pastorin Hannelore Grossmann“, erläutert Pfadfinderin Johanna Schröder (19) aus Sarau. Die Pastorin gründete außerdem den Stamm Elbe in Hamburg und den Stamm Evangelische Mädchenpfadfinder. Im Stamm Sarowe, wie Sarau von den Slawen ursprünglich benannt wurde, wird nicht nach Geschlecht unterschieden. Sowohl bei den jungen Wölflingen als auch in der erfahrenen Führergruppe gibt es ganz ohne Frauenquote Mädchen und Jungen.

 Die Wölflinge leben in einer Meute – angelehnt an die Grundlage der Wölflingsarbeit: die Dschungelbücher von Rudyard Kipling. Wie Mogli in das Wolfsrudel wird das Kind in die Wölflingsgruppe aufgenommen und muss sich dort zunächst zurechtfinden. Es bekommt das Hemd des Stammes, darf mit dem Wölflingsgruß („Tu Dein Bestes! – Ja, mein Bestes!“) grüßen, für den aus Zeige- und Mittelfinger Wolfsohren geformt werden, und ist berechtigt, ein grünes Tuch mit zwei Knoten zu tragen. Dafür muss es das Versprechen abgeben, die Gesetze der Wölflinge zu achten.

 Es sind nur zwei Gesetze. Erstens: „Der Wölfling tut sein Bestes.“ Zweitens: „Der Wölfling hilft freudig, wo er kann.“ Später gibt es Proben, die gemeinsam in den Meutestunden erarbeitet werden. Ein Wölfling wird zum Wächter und bekommt einen weiteren Knoten im grünen Halstuch. Eine weitere Probe macht aus dem Wächter einen Jungpfadfinder mit rotem Halstuch. Den Pfadfinder schließlich erkennt man leicht am blauen Halstuch und dem typischen Pfadfindergruß („Seid bereit! – Allzeit bereit!“), bei dem der Daumen den kleinen Finger überdeckt und die drei restlichen Finger ausgestreckt werden. Er zeigt: „Der Große beschützt den Kleinen.“

 Die ältesten und erfahrensten Pfadfinder bilden die Führerrunde, zu der auch Johanna Schröder zählt: „Ich lebe und liebe es, Pfadfinderin zu sein. Die Gemeinschaft und unsere Werte sind mir wichtig, und es ist mir eine Ehre, mich Pfadfinderin nennen und mein Wissen weitergeben zu dürfen“. Am vergangenen Wochenende durfte die Sarauerin gemeinsam mit anderen Sarowe-Pfadfindern im Rahmen einer Ferienpassaktion Kindern die Meutenarbeit näher bringen und einen Sonntags-Gottesdienst vorbereiten – mit fetzigen Kinderliedern und ohne langes Orgelvorspiel, zum Lachen und nicht so ernst.

 Außerhalb der Ferien wird an jedem Freitag ab 16.30 Uhr in Sarau alles vermittelt, was ein Pfadfinder wissen und können muss. „Wir sind viel draußen, machen Feuer und singen, vermitteln christliche Werte und erarbeiten Proben, lernen die Geschichte der Pfadfinder sowie praktisches Lagerleben mit Knoten und Zeltaufbau kennen“, erläutert Pfadfinderin Denise Rabenhorst (17).

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