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Bahn-Fans aus ganz Europa

Schackendorf Bahn-Fans aus ganz Europa

Als Ferienort ist Schackendorf eigentlich nicht bekannt – doch es gibt eine internationale Fangemeinde, die jedes Jahr im Juli dort ein paar Tage verbringt: die Freunde der Miniatur-Dampfbahnlokomotiven. Am Wochenende lockte die Gleisanlage Gäste aus Schweden, Holland und der Schweiz an.

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Stilecht mit Eisenbahnermütze dreht Menno Zuidgeest in Schackendorf seine Runden.

Quelle: Gisela Krohn

Schackendorf. „In Holland gibt es zwar auch Anlagen, aber die sind nicht so aufwändig angelegt“, berichtet Ilona de Kok, die zusammen mit ihrer Familie hier ist und eine Lok mitgebracht hat, die im Vergleich zu den großen Zugmaschinen fast winzig wirkt – zu klein, um die vielen Besucher über das Areal mit 1200 Meter Schienenstrecke zu befördern. Denn beim jährlichen „Internationalen Insidertreffen“ sind auch Besucher eingeladen, die sich das außergewöhnliche Hobby der Dampfbahn-Enthusiasten einmal anschauen und ein paar Runden mitfahren wollen.

 Aber die Mini-Lokomotive der holländischen Gäste hat in der Woche vor dem großen Besucherandrang schon viele Gleiskilometer zurückgelegt, denn mit ihrem Campingbus bleibt die Familie gern ein paar Tage auf der Anlage. Abends sitzen viele Dampfbahnfans zusammen vor einem großen Lagerfeuer, es wird gefachsimpelt und die Stimmung genossen.

 „Wir fahren im Sommer zu mehreren solcher Treffen“, schildert Ilona de Kok. Das halten auch andere Dampfbahnfans so. Für Matti Kop und seine Tochter Lieke ist Schackendorf ein fester Termin. Mittlerweile ist Lieke 15 Jahre alt, aber sie hat hier schon mit zehn ihre Runden gedreht. Heute darf sie selbst steuern.

 Für die „Dampfbahn-Insider“ ist es jedes Jahr eine Art „großes Familientreffen“, auch wenn man aus verschiedenen Ländern kommt. Manche haben sich sogar über das Hobby kennengelernt und dann geheiratet – so wie Amanda und Erik Möhlmann. Sie haben eine Lok mitgebracht, die Amandas mittlerweile verstorbener Vater Robert Balm in zehnjähriger Arbeit gebaut hat. „Es ist ein Original-Nachbau des letzten Entwurfs der holländischen Eisenbahn, der damals gemacht wurde“, erklärt Erik Möhlmann. „In der Originalgröße gibt es diese Lokomotive nicht mehr, sie wurden alle verschrottet.“

 So sorgen die Dampfbahner nicht nur für gute europäische Beziehungen, sondern halten auch die Erinnerung an frühere technische Entwicklungen wach. Als Besucher des Treffens hat man die Möglichkeit, sich die Loks zeigen und erklären zu lassen – oder einfach einen gemütlichen Sommertag in idyllischer Umgebung zu verbringen und mit den schnaufenden Dampfrössern über die Gleise zu rattern. Vorbei an den Zelten der angereisten Gäste passieren kleine und große Mitfahrer dann in flotter Fahrt den Lokschuppen mit frisch angeheizten Zugmaschinen, dann geht es über eine erste Brücke und gleich noch über eine zweite, wobei sich der kleine Zug malerisch im Wasser eines großen Teichs spiegelt.

 Davon können manche Besucher gar nicht genug bekommen. Immer wieder stellen sie sich im Laufe des Tages für eine gemütliche Rundfahrt an.

 Verantwortlich für die Anlage ist der Dampfbahn-Club-Holstein (DBC), der noch an drei Sonntagen „Fahrtage“ auch für Publikum anbietet: am 7. August, 4. September und 2. Oktober. Start ist immer um 13 Uhr. Der Eintritt ist jeweils frei.

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