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Neuer Versuch für Breitband

Schackendorf Neuer Versuch für Breitband

Bei der Versorgung aller Haushalte mit schnellem Internet über Glasfaserkabel will die Gemeinde jetzt den nächsten Schritt gehen – allerdings nicht, wie bislang geplant, mit dem Wegezweckverband (WZV), sondern mit dem privaten Unternehmen Deutsche Glasfaser.

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Die Gemeinde Schackendorf will nun doch die Voraussetzungen dafür schaffen, Glasfaser bis hinein in die Häuser zu legen.

Quelle: Peter Kneffel

Schackendorf. In ihrer jüngsten Sitzung hat die Gemeindevertretung einstimmig beschlossen, noch im Herbst konkrete Verhandlungen aufzunehmen.

 Dass die Schackendorfer nun doch Abstand davon genommen haben, mit dem WZV einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Verlegung von Glasfaser bis in die Gebäude hinein abzuschließen, begründete Bauausschuss-Vorsitzender Walter Beckmann (WGS) mit einigen Unwägbarkeiten. So könne der WZV im Vorfeld nicht den zukünftigen Betreiber des neuen Netzes nennen. Auch die Gesamtkosten seien unklar. „Und die monatlichen Gebühren würden später wohl deutlich über denen liegen, die etwa die Telekom aktuell verlangt“, sagte Beckmann.

 Dass der Mobilfunk-Riese im Ort bereits schnelleres Internet liefert, wenn auch langsamer als es die Deutsche Glasfaser garantieren würde, macht die Angelegenheit für die Kommunalpolitiker nicht unbedingt einfacher. Denn viele Einwohner nutzen inzwischen eine von der Telekom seit einiger Zeit angebotene neue Technik. Die setzt auf den letzten Metern zwar weiter auf die alten Kupferkabel, ermöglicht durch eine deutliche Verbesserung der Durchleitung und die Ertüchtigung ihrer Verteilerkästen aber immerhin bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) beim Herunterladen von Dateien aus dem Internet und bis zu 10 Mbit/s beim Hochladen (Down- und Upload). Zum Vergleich: Vorher waren es nirgendwo über 2 Mbit/s, meist noch deutlich weniger gewesen.

 Dass die Gemeinde wieder in Gespräche mit der Deutschen Glasfaser eintreten will, hat auch einen praktischen Grund: Denn das Unternehmen erschließt gerade die Bad Segeberger Ihlsee-Siedlung und Klein Rönnau aus Richtung Fahrenkrug – und will mit dem Glasfaserkabel durch Schackendorf. Ob es dort tatsächlich bis in die Gebäude gelegt wird, hängt jedoch von einer Voraussetzung ab: Mindestens 40 Prozent aller Haushalte müssen sich zunächst für einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser entscheiden. Wird diese Quote nicht erreicht, läuft nichts. Beim WZV wäre das im Übrigen nicht anders gewesen.

 Sollte man sich in den Verhandlungen mit der Deutschen Glasfaser, die Down- und Upload-Geschwindigkeiten von 100 Mbit/s garantiert, am Ende auf den angestrebten Business-Plan einigen, würden die Schackendorfer eine Art Déjà-vu erleben. Denn bevor die Telekom seinerzeit auf den Plan trat, hatten sie das ganze Verfahren bereits mit der Oeringer Firma Sacoin durchexerziert. Auch damals waren aus der Einwohnerschaft so genannte „Multiplikatoren“ geschult worden, die die Verträge an der Haustür verkaufen sollten. Das Projekt mit Sacoin, inzwischen in der Deutschen Glasfaser aufgegangen und finanziell weitaus besser aufgestellt, scheiterte damals an der geplatzten Finanzierung.

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