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Zu aufwändig: Kein Asyl-Neubau

Schackendorf Zu aufwändig: Kein Asyl-Neubau

Der Bau einer zweiten Kreisgemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber südlich von Schackendorf ist geplatzt. Der Hauptausschuss des Kreistages hat während einer Sitzung im Rathaus in Norderstedt das Projekt einstimmig zu den Akten gelegt.

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Östlich der Gemeinschaftsunterkunft an der A21 bei Schackendorf war ein Neubau für 100 Flüchtlinge geplant.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Ursprünglich sollte neben der sanierten Altunterkunft für gut 80 Flüchtlinge, die Anfang März wiedereröffnet wird, ein zweiter Bau neu errichtet werden. 1,1 Millionen Euro wollte der Kreis investieren. Eine Kreditzusage hatte der Kreis bereits in der Tasche. Rund 100 neue Asylbewerber sollte das in L-Form gebaute Haus aufnehmen können.

 Doch das Projekt ist nicht umsetzbar, teilten Vorsitzender Henning Wulf (CDU) und Landrat Jan Peter Schröder gestern mit. Das Landesinnenministerium hätte den zu ändernden Flächennutzungsplan nicht genehmigt. Weil es sich um einen Neubau handele, müsste der Kreis umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen ergreifen.

 Der Hintergrund: Das Gelände liegt an der A21 und der Kreisstraße 61, die Bad Segeberg mit Schackendorf verbindet und zur nah gelegenen A21-Auffahrt führt.

 Schröder erklärt, dass ein Schallschutzgutachten zum Ergebnis gekommen sei, dass die Lärmschutzanforderungen nicht erfüllt werden könnten. Denn außer „passiven Maßnahmen“ wie Schallschutzfenstern wären auch „aktive Maßnahmen“ nötig geworden. Darunter sind nach Angaben von Kreisplaner Frank Hartmann etwa Schallschutzwände- oder -wälle zu verstehen.

 Außerdem hätte die Fläche, die dem Kreis bereits gehört, nicht ausgereicht, sagt Henning Wulf. Er hätte Land hinzukaufen müssen. Das alles zusammengenommen wäre etwa so teuer gewesen wie das Haus selbst, meint Wulf. Unter dem Strich seien die Ausschussmitglieder zur Überzeugung gekommen, von dem Neubau Abstand zu nehmen. „Es lohnt sich für den Kreis nicht.“ Außerdem sei der Andrang neuer Flüchtlinge derzeit nicht so groß.

 Der Kreis ist ein Puffer zwischen dem Land, das neue Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen anfangs betreut, und den Städten und Gemeinden, denen letztlich alle Asylbewerber zugewiesen werden und die für langfristige neue Unterkünfte sorgen müssen. Als Gemeinschaftsunterkunft verfügt der Kreis bislang nur über das Haus in Schackendorf und seit einigen Wochen auch über den ehemaligen Gasthof am See in Warder (Rohlstorf). Das Gebäude wird derzeit für bis zu fast 90 Asylbewerber hergerichtet.

 Der Hauptausschuss beauftragte die Kreisverwaltung, jetzt nach Standortalternativen zu suchen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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