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Hacker verbreitete Islam-Botschaft

Schmalensee Hacker verbreitete Islam-Botschaft

Christopher Brust, Webmaster der Internetseite des SV Schmalensee, war geschockt. Als er mittags die Homepage aufrief, sah er nicht Bilder und Texte des Sportvereins, sondern wilde Reiter, Betende und einen englischen Text, der auf den Islam hinweist.

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Die Internetseiten des SV Schmalensee wurde von unbekannten Tätern gekapert. Die wechselnden Bilder zeigen Motive offenbar aus Arabien und der islamischen Welt. Der Text distanziert sich aber von Religiösen, die zu Gewalt aufrufen.

Quelle: Repro

Schmalensee. Manches erinnerte an Fotos von der Kriegergruppe IS. Im dazu gehörenden Text allerdings wird eine andere Botschaft vermittelt: Religionen würden nicht rechtfertigen, andere Menschen zu ermorden. Der Islam sei bereit, die Freiheit komme.

 „Das ist ein Hammer!“, sagte Brust erschrocken. „Wir sind gekapert worden. Ich bin aus allen Wolken gefallen.“ Ein Sportkamerad hatte ihn auf die veränderte Webseite aufmerksam gemacht. Brust setzte sich sofort an den Computer, versuchte auf die Steuerung der Seiten des Sportvereins zuzugreifen. „Doch ich bekomme keinen Zugriff, kann nichts machen, und auch die gehackten Seiten nicht vom Netz nehmen. Solche Fälle sind mir bislang nur aus der Presse bekannt.“

 Er verwendet frei zugängliche Software, um die Seiten zu bauen und zu pflegen. Die Internetseiten liegen auf Servern der Firma Alfahosting aus Halle (Saale). Ein Mitarbeiter sagte der SZ, dass ihm solch ein Fall gekaperter Seiten bislang nicht bekannt sei. Vermutlich werde es für seine Firma möglich sein, die Seiten zu sperren. Das müsse der Kunde aber ausdrücklich verlangen. Näheres zu dem Fall in Schmalensee wollte er nicht sagen.

 Der Hacker, der sich auf der Seite als Autor angibt, nennt sich „Security Crewz“. Ein Blick ins Internet zeigt, dass er weltweit offenbar schon hunderte andere Internetseiten in ähnlichem Stil gekapert hat. Wer dahinter steckt, konnte auch Barbara Körffer nicht sagen. Sie ist stellvertretende Landesbeauftragte für Datenschutz. An einem gesicherten Rechner, der ans Internet, aber nicht ans Intranet des Datenzentrums angeschlossen ist, versuchte sie mit einem Techniker, dem Hacker auf die Spur zu kommen. Doch da war er bereits wieder von den Seiten des Sportvereins verdrängt worden.

 Denn zusammen mit dem Provider, der Firma Alfahosting, hatte Webmaster Christopher Brust die Hacker-Seite mittlerweile aushebeln können. „Sie hatte sich über den normalen Auftritt des Sportvereins gelegt“, sagte Brust. Er vermutete, dass der Hacker sein Passwort geknackt hatte oder sich in den Datenaustausch einschlich. Das Landeskriminalamt hat Brust geraten, Strafanzeige zu erstatten. Außerdem informierte Brust den Landessportverband, um andere Vereine zu warnen. Eine Mitteilung des Verbandes soll heute herausgehen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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