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Die Backstube bleibt kalt

Schmalfeld Die Backstube bleibt kalt

Die über 115 Jahre alte Schmalfelder Backtradition ist zum Jahreswechsel zu Ende gegangen. Marion und Michael Kirch, die Besitzer der Landbäckerei, schließen für immer die Backstube in der Dorfstraße. Ab Montag, 11. Januar, eröffnet die Bäckerei Vogt an gleicher Stelle ein Geschäft.

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Abschied von der Backstube: Kundin Irmtraud Domeyer (von links), Inhaber Michael Kirch mit Enkelin Milieu, Mandy Kirch mit Tochter Sonja und Inhaberin Marion Kirch mit Kunde Dr. Paul Martin.

Quelle: Gerd Reinartz

Schmalfeld. „Wir gehen mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, erklärte Marion Kirch. „Es war eine tolle Zeit, die wir mit unserer treuen Kundschaft erlebt haben.“ Eine schwere Herzerkrankung ihres Mannes habe jedoch keine andere Entscheidung zugelassen.

 Mit der Nachfolgeregelung müssen die Schmalfelder auf frische Backwaren und Kuchen nicht verzichten. „Mir war es wichtig, selbst dafür zu sorgen, dass es weiterhin in Schmalfeld einen Bäckerladen gibt“, sagte Michael Kirch. „Zwar werden alle Produkte aus Kaltenkirchen geliefert, doch die Schmalfelder kaufen weiterhin eine gute Qualität.“

 Der gelernte Bäckermeister hat vor 20 Jahren von Karl Haß die Dorfbäckerei übernommen. Innerhalb von vier Jahren hat er ein Filialnetz von 17 Läden in den Kreisen Segeberg und Pinneberg aufgebaut. Über 60 Arbeitsplätze sind in dieser Zeit entstanden. Doch bereits 2007 begannen die gesundheitlichen Probleme mit dem Herzen. Er suchte damals schon Käufer für sein Unternehmen, doch es fanden sich keine Interessenten. „Erst eine Bereinigungsinsolvenz ließ uns 2011 wieder durchatmen“, erinnert sich Kirch. Nachdem alle Filialen abgestoßen waren, führte er mit einer Bäckergesellin sowie seiner Frau Marion und Tochter Mandy nur noch die Landbäckerei in Schmalfeld.

 „Für viele Schmalfelder ist der Dorfbäcker zur Institution geworden“, sagte Dr. Paul Martin aus Schmalfeld. Seit Jahren frühstückt er im Laden und hält Klönschnack. Bereits morgens ab 5 Uhr wurden für Handwerker Zeitungen, Kaffee und belegten Brötchen bereitgehalten. Am frühen Vormittag kamen ältere Bürger, kauften Brot und versorgen sich mit Grundnahrungsmitteln wie Milch, Butter oder Getränken. „Ich habe über viele Jahre die gute Qualität der Backwaren geschätzt“, sagt Irmtraut Domeyer aus Schmalfeld. Sie hofft, dass der Bäckerladen in gewohnter Weise weitergeführt wird.

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