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Gasleitung zerschossen

Schmalfeld Gasleitung zerschossen

Das Durchschießen von Leitungen unter Straßen birgt Gefahren. Im Schmalfeld  trafen Bauarbeiter beim Verlegen von Glasfaserleitungen eine Hauptgasröhre. Die Anwohner der umliegenden Häuser wurden in Sicherheit gebracht, die Ortsdurchfahrt war bis in die Nacht gesperrt.

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In Schmalfeld werden zurzeit im Auftrag der Deutschen Glasfaser Kabel verlegt. Bauarbeiter der MIH-GmbH zerschossen dabei in Höhe der Bramstedter Landstraße eine Hauptgasleitung.

Quelle: Einar Behn

Schmalfeld. Die Glasfaserkabel werden, wenn möglich, in die Grünstreifen entlang der Straßen gelegt. Überall geht das jedoch nicht. Beim Verlegen eines Kabels entlang der Straße Dambeck, der Ortsdurchfahrt, musste die Bramstedter Landstraße unterquert werden. Um den Asphalt nicht aufzureißen wird in solchen Fällen das Pressverfahren angewendet, das Kabel wird unter hohem Druck unter dem Asphalt durchgeschossen. Und dabei trafen die Arbeiter gegen 18.30 Uhr eine Hauptgasleitung.

 „Eigentlich hätte das nicht passieren dürfen“, meint Schmalfelds Bürgermeister Klaus Gerdes. Die Baufirma MIH-GmbH aus Münster (Nordrhein-Westfalen) habe von der Schleswig-Holstein Netz AG sämtliche Pläne erhalten, wo Gas- und Stromleitungen liegen. „Wo Gasleitungen eingezeichnet sind, muss aufgebuddelt werden, denn auf die Pläne kann man sich nicht hundertprozentig verlassen“, sagt Gerdes. Ein Mitarbeiter des Bauunternehmens MIH erklärte gegenüber der Segeberger Zeitung, dass dies auch geschehen sei: „Unsere Mitarbeiter haben Sichtschlitze gegraben, aber keine Leitung gefunden.“ Die sei offenbar falsch in den Plänen eingezeichnet worden. Bei der Verlegung eines zweiten Kabels sei dann nicht mehr gegraben, sondern gleich das Pressverfahren angewendet worden – mit bekannten Folgen.

 Die Bauarbeiter bemerkten den Schaden sofort. Gas ist zur Sicherheit mit einem Geruchsstoff versetzt. Sie alarmierten die Feuerwehr, die den Bereich großräumig sperrte. Die Ortsdurchfahrt wurde voll gesperrt, der Verkehr weiträumig umgeleitet. Wegen Explosionsgefahr mussten die Häuser im Umkreis von 50 Metern geräumt werden. 15 Anwohner waren davon betroffen. „Einige kamen bei Bekannten unter, andere im Feuerwehrhaus.“ Gerdes selbst gesellte sich zu denen im Feuerwehrhaus. „Wir haben uns einen gemütlichen Abend gemacht.“

 Der wurde allerdings doch ziemlich lang. Erst nach Mitternacht konnte die Anwohner wieder in ihre Häuser zurückkehren. Das Bauunternehmen Wähler aus Bad Bramstedt musste nachts die Schadensstelle freigraben, schließlich rückte aus Seevetal südlich von Hamburg ein Spezialist an, der das Gasrohr zuschweißte. Wer für den Schaden aufkommt, muss nun geklärt werden. „Normalerweise sind wir verantwortlich, aber wenn die Leitungen falsch eingezeichnet sind, ist das natürlich etwas anderes“, sagte ein MIH-Sprecher. „Die Bauarbeiter können nichts dafür. Die Gasleitungen lagen tatsächlich zu hoch“, sagt Andreas Dankert von der Firma Deutsche Glasfaser, in deren Auftrag die Bauarbeiten vorgenommen werden.

 Bürgermeister Gerdes nahm es humorvoll, auch wenn er damit rechnet, dass das wohl kein Einzelfall bleiben wird. „Wir werden wohl einen Fernseher kaufen, damit es im Feuerwehrhaus beim nächsten Mal nicht so langweilig ist.“

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