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Skandalmusik und Flower-Power

Ausstellung in Bad Segeberg Skandalmusik und Flower-Power

Wer waren doch noch gleich die „Sex Pistols“, und warum war das Stück „God Save The Queen“ der britischen Punk-Band so ein Aufreger? All solche Fragen beantwortet die Ausstellung „Das war ’ne geile Zeit/Jugendkulturen“, die noch bis Dienstag, 24. Mai, in der Dahlmannschule zu sehen ist.

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Marius Menzel und Milena Czierlinski sind begeistert von Musik, Kleidung und Lebensgefühl des Rock’n’Roll.

Quelle: Detlef Dreessen

Bad Segeberg. Bad Segeberg. Wie tanzt man Rock’n’Roll, und gab es die Rolling Stones wirklich schon vor 50 Jahren? Und muss man um seine Kinder Angst haben, wenn sie sich Heavy Metal und Goa zuwenden? Auch diese Fragen haben die Schüler aufgearbeitet, die sich unter Leitung von Musiklehrer Wolfram Schmidt und Kunstlehrer Karsten Albrecht mit der Geschichte des Pop der 1950er- bis 2000er-Jahre beschäftigt haben. Herausgekommen ist eine Schau, die durchaus auch jenen, die sich mit Musik auszukennen meinen, etwas bietet.

 „Musikunterricht besteht nicht nur aus Geige und Orchester“, stellte Schmidt klar. Die Popmusik, die jahrelang im schulischen Unterricht sträflich vernachlässigt wurde, sei ein ebenso wichtiger Bestandteil. Wobei auch für Schmidt nicht jede Schallproduktion Musik ist. Helene Fischer habe in der Ausstellung keinen Platz, weil ihre Musik ein rein kommerzielles Produkt ohne Kreativität sei.

 Ganz anders war das bei den Stilrichtungen, die in der Ausstellung zu sehen sind. Sie hatten immer auch etwas mit dem Hinterfragen gesellschaftlicher Normen zu tun, ob beim Rock’n’Roll, der sich gegen die Spießigkeit der Wirtschaftswunderwelt stellte, oder die Flower-Power-Bewegung, die mit dem legendären Woodstock-Festival die Ablehnung von Krieg und Gewalt proklamierte. Einher ging das mit Kleidung, Schriftarten und Symbolen von den Blumen der Hippies bis zum Anarchie-Zeichen der Punks.

 Deutlich wurde den Schülern, dass Musik immer auch Geschmackssache ist. Mit Abba etwa konnte Liene Hennig nicht viel Anfangen. „Da fehlt der Beat, damit man richtig danach tanzen kann“, fand die 17-Jährige. Trotzdem hatten sie und Mira Struve Spaß daran, am Karaoke-Stand zum Playback des schwedischen Quartetts zu singen.

 Richtig zur Sache ging es beim Rock’n’Roll-Stand. Milena Czierlinski und Marius Menzel zeigten ihren Mitschülern ein paar Tanzschritte, die sie gelernt hatten. Wie sich die jungen Leute in den 1950er-Jahren durch die Luft wirbelten, war im Film „Jailhouse-Rock“ mit Elvis Presley aus dem Jahr 1957 zu sehen.

 Ziemlich schwarz-weiß sah es auch im Heavy-Metal-Raum aus. Dort zeigten Annika Gründer und ihre Mitschüler auf einer großen Leinwand Ausschnitte vom Festival Wacken-Open-Air. „Den Film haben wir von der Bücherei bekommen“, berichteten die Metaller, die sich dort wie ihre Mitschüler an einem Regal bedienten, das die Bibliothekarinnen extra zusammen gestellt hatten.

 Und Goa, die Musik, die im indischen Ort Goa entstand? Die sei nur auf den ersten Blick laut und anstrengend, sagte Schmidt. Bei der Beschäftigung damit wurde klar, dass dahinter komplexe Kompositionen stecken. „Die Musik ist richtig gut zum Entspannen“, fand Tjark Voß – und statt Drogen seien die psychedelischen Bilder ein gutes Mittel, den Alltag hinter sich zu lassen.

 „Eine tolle Ausstellung ist das“, lobte Schulleiterin Nele Degenhardt. Zu Belohnung gibt’s noch eine Menge Punkte: Denn diese Schau wird den Schülern als Klausur-Ersatz angerechnet.

 Zu sehen ist die Ausstellung an Schultagen von 8 bis 13 Uhr im zweiten Obergeschoss der Dahlmannschule, Am Markt 4, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551/96160.

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