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Ein Abend auf dem Hochsitz

Schülerprojekt in Großenaspe Ein Abend auf dem Hochsitz

Wenn die zehnjährige Kaja Matthießen in Großenaspe den Hund ausführt, ist sie auch schon mal in der Dämmerung in der Kiesgrube unterwegs. Aber abends im Wald auf einem Hochsitz, da war sie noch nie. Jäger Klaus-Heinrich Laß zeigt ihr im Großenasper Ortsteil Eekholt seine Arbeit.

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Auf dem Weg zum Hochsitz erklärt Jäger Klaus-Heinrich Laß der Schülerin Kaja Matthießen, wie sie Spuren des Wilds unterscheiden kann.

Quelle: Jann Roolfs

Großenaspe. Gemeinsam wollen der erfahrene Jäger und die Viertklässlerin heute Abend den Höhepunkt des jährlichen Schulprojekts von Jägern, Naturschützern, Gemeinde und Schule erleben: einen Abend auf dem Hochsitz. Und dabei möglichst viele Tiere sehen.

 Einmal im Jahr kommen in Großenaspe die Jäger an die Grundschule und erklären den Viertklässlern das Waidwerk und die Natur. Einen Vormittag lang gibt es Informationen, abends begleiten die Schüler Jäger auf den Hochsitz. Am nächsten Vormittag werden Obstbäume gepflanzt, zum Abschluss laden die Jäger am zweiten Nachmittag ein. Es gibt etwas zu essen und eine Überraschung – zum Beispiel lebendige Frettchen oder Greifvögel.

 Klaus-Heinrich Laß führt Kaja Matthießen ins Revier Rodenbek, gelegen am Wildpark: „Das ist eins der besten Hochwildreviere Schleswig-Holsteins“, schwärmt Laß. Rot- und Damhirsche sowie Wildschweine gebe es dort, er hat selbst im Winter einen Rothirsch in dem 300 Hektar großen Gelände entlang der Osterau geschossen. Auf Rothirsche will er auch heute mit seiner Schülerin warten. Dass die Tiere hier leben, zeigt er ihr unterwegs: Vor Kajas Füßen verlaufen diverse Rothirsch-Fährten. Laß erklärt dem Mädchen, wie sie jüngere und ältere Spuren unterscheiden kann.

 Gegen halb sieben treffen die beiden am Hochsitz ein. Er liegt direkt an der Osterau, der Bach schlängelt sich malerisch durch eine Wiese, hinter dem Grün liegt der Waldsaum. „Da vor uns im Gebüsch sind bestimmt 50 Rothirsche“, sagt Laß. Er ermahnt noch, nicht laut zu sprechen. Dann beginnt das Warten.

 Mit dem Fernglas späht er immer wieder in den Wald, zwischendurch macht er dort auch einen Hirsch aus, aber der verschwindet wieder in der Deckung. Kaja hat auch ein Glas bekommen und sucht den Waldrand ab.

 Laß kommt zum „Wichtigsten überhaupt“: Er holt eine Plastikschale mit Süßigkeiten heraus, die in der Folgezeit mehrfach gezückt wird. „Frustmampf“ nennt der Jäger das später, weil sich lange kein Wild blicken lässt. „Das Einzige, was ich gesehen habe, ist eine Motte“, bilanziert Kaja nach knapp einer Stunde.

 Bald darauf lässt sich immerhin ein Bussard blicken. Er sitzt auf einem Ast, dann segelt er im Tiefflug einmal quer über die Wiese und landet hoch im Geäst einer Eiche. Er „baumt auf“, erklärt Laß den Fachbegriff aus der Jägersprache.

 „Die erste Stunde kann man sich schlafen legen“, berichtet Klaus-Heinrich Laß aus seiner langjährigen Jagd-Erfahrung: In der Anfangszeit auf dem Hochsitz gibt es oft nichts zu entdecken. Außerdem sei es zu früh, um in dieser Jahreszeit Hirsche zu sehen. Die verließen die Deckung generell gegen den Wind, demzufolge dürften sie sich hier heute nicht blicken lassen. Tun sie auch nicht.

 Immerhin: Nach anderthalb Stunden bewegt sich ein Schatten am Waldrand. In ihren Ferngläsern beobachten Laß und Kaja einen Rehbock. Ganz umsonst haben sie heute hier nicht ausgehalten.

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