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Weniger sind überschuldet

Schuldner-Atlas Weniger sind überschuldet

Schuldnerhochburg des Landes Schleswig-Holstein bleibt auch 2015 wieder Neumünster. Der Kreis Segeberg steht erheblich besser da. Das macht der regionale Schuldner-Atlas der Creditreform deutlich, der am Donnerstag vorgestellt wurde.

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Michael Bretz, Leiter der Wirtschaftsforschung der Creditreform (links), und Vertriebsleiter Sven Torben Hanisch mit dem Schuldenatlas.

Quelle: Anja Rüstmann

Kreis Segeberg. Den Landesdurchschnitt der Schuldnerquote gibt die Creditreform mit 10,77 Prozent an, Neumünster toppt das mit 17,09 Prozent. Den elften Platz in der Tabelle nimmt der Kreis Segeberg ein, hier ist die Schuldnerquote von 10,08 auf 9,68 Prozent für 2015 gesunken. Noch besser sind nur noch Pinneberg, Rendsburg-Eckernförde, Plön und Stormarn mit einer Quote von 7,65 Prozent.

 Zum Stichtag 1. Oktober 2015 waren in Neumünster insgesamt 10978 Einwohner über 18 Jahren überschuldet. Gegenüber dem Vorjahr (2014 waren es 10857) ist das ein Anstieg um 1,1 Prozent.

 121 Personen mehr überschuldet als 2014 – das sei eher marginal, sagte Michael Bretz, Leiter der Wirtschaftsforschung bei der Creditreform. „Es tut sich wenig. Doch das ist prekär, weil Neumünster in Schleswig-Holstein und Deutschland an der Spitze steht.“ Im Land auf dem unrühmlichen Platz 1, im Deutschlandvergleich auf Platz 7.

 Schulden haben viele, die zum Beispiel ein Haus gebaut oder ein Auto geleast haben. Überschuldet dagegen bedeutet, dass man für seine Schulden nicht mehr einstehen kann. Im Kreis Segeberg betraf das 21086 Menschen, ein Jahr zuvor waren es noch 21799. Mit diesem Rückgang liegt der Kreis im Trend. Lediglich in Neumünster und Kiel sowie im Kreis Steinburg erhöhte sich die absolute Zahl der überschuldeten Verbraucher.

 Im Kreis Segeberg sind 11995 Einwohner über 18 Jahren „hart“ verschuldet. Übersetzt heißt das: gerichtliche Einträge oder Eintragungen in Schuldnerverzeichnissen. Die Zahl sank um 2,9 Prozent. Vergleicht man die Zahl aber mit den „hart“ Verschuldeten im Jahr 2006, gibt es einen deutlichen Anstieg. Damals waren es 10867, jetzt also 10,4 Prozent mehr. „Weich“ verschuldet (Merkmal dafür: es müssen von drei unterschiedlichen Gläubigern je drei Mahnungen vorliegen) waren 2015 aus dem Kreis Segeberg 9091 Erwachsene.

 

 Laut Schuldner-Atlas gibt es viele Gründe für Überschuldung. Neben Arbeitslosigkeit stehen Scheidung, Erkrankungen, unwirtschaftliche Haushaltsführungen oder die gescheiterte Selbständigkeit ganz oben. Die Höhe der Schulden bei jedem einzelnen Schuldner beträgt deutschlandweit im Durchschnitt 34000 Euro. „Die Altersarmut und Altersüberschuldung wird uns auch in naher Zukunft sehr beschäftigen“, sagte Bretz. asr

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