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Kürzung „schwer nachvollziehbar“

Schule Rickling Kürzung „schwer nachvollziehbar“

Die Betreuung von Schülern durch eine Sozialarbeiterin in der Ricklinger Schule wird gekürzt. Das beschloss die Gemeindevertretung. Grund sei die Finanzierung der Stelle, erklärte Bürgermeister Christian Thomann. Die Schulleitung bedauert die Entscheidung.

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Die Sozialarbeit an der Ricklinger Schule wird eingeschränkt.

Rickling. Als die Gemeinde die Stelle vor zwei Jahren einrichtete, hatte sie mit höheren Landeszuschüssen gerechnet als tatsächlich geflossen sind, sagte Thomann. Der Fördertopf sei von so vielen Gemeinden in Anspruch genommen worden, dass die einzelnen Schulen nicht mehr die volle Förderquote erhielten.

 Das Förderprogramm und die Arbeit der Sozialarbeiterin seien sinnvoll, betonte Thomann. „Aber das Land lässt die Kommunen jetzt im Regen stehen.“ Rickling müsse in diesem Jahr zwei Drittel der Kosten tragen. Dazu sei die mit mehr als 4 Millionen Euro verschuldete Gemeinde nicht in der Lage.

 Bisher wurden von einer Mitarbeiterin der Ambulanten und teilstationären Suchthilfe (ATS) fünfzehn Stunden Sozialarbeit pro Woche geleistet. Zukünftig sollen es nur noch zehn Stunden sein. Die Gemeinde will ihren Vertrag mit der ATS entsprechend ändern. Auch nach der Kürzung müsse Rickling immer noch jährlich rund 10000 Euro zuschießen, sagte Thomann.

 Rektor Hans-Arnold König bedauerte die Entscheidung. „Jede Kürzung ist bedauerlich angesichts der Probleme, die Familien heute haben.“ Er verstehe zwar, dass die Gemeinde ein Zeichen in Richtung Landesregierung schicken will. Die Begrenzung der Mittel für die Schulsozialarbeit sei „schwer nachvollziehbar“.

 Immerhin habe die Gemeinde durch die Entscheidung, zehn Stunden zu zahlen, ein Zeichen gesetzt, dass sie hinter der Schulsozialarbeit steht. „Sie müsste eigentlich nur acht Stunden bezahlen. Wir sehen das als Zeichen der Wertschätzung.“

 Was die Eltern mit der Schulsozialarbeiterin im Einzelnen besprechen, bleibe aufgrund des Datenschutzes sogar ihm als Schulleiter verborgen, sagte König. Generell gehe es aber unter anderem um Probleme wie Trennungsfolgen, Computermissbrauch oder Mobbing über das Internet.

 In der Praxis bedeute die Kürzung, dass Eltern, die sich mit Problemen an die Schulsozialarbeiterin wenden, mit längeren Wartezeiten rechnen müssen, sagte König. Dabei wisse man, dass ein schnelles Behandeln der Probleme die Lösung verbessert.

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