21 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Schülerumfrage: Bedenkliche Zahlen

Am Burgfeld Schülerumfrage: Bedenkliche Zahlen

Die Suchtexperten der Schule am Burgfeld in Bad Segeberg wollten es ganz genau wissen: Sie befragten alle Schüler der 5. bis 7. Klassen im Alter von 10 bis 15 Jahren zum Thema Alkohol, Rauchen, Cannabis und Medien-Nutzung. Was die jungen Leute, die mittlerweile alle in der 9. Klasse sind, herausgefunden haben, ist zum Teil alarmierend.

Voriger Artikel
Dieter Fiesinger an der Spitze
Nächster Artikel
Patentierte Pullover

Nicole Manoilow (links) und Annemarie Mattejat sprachen in ihrer Funktion als Suchtexperten der Schule mit Fünftklässlern auch über den Gebrauch von Computer und Handy.

Quelle: Gisela Krohn

Bad Segeberg. Bei den Zehn- bis Elfjährigen sind es 5 Prozent, die sagen, dass sie „manchmal“ Alkohol trinken. Bei den 13-Jährigen waren es 17 Prozent und bei den 14- bis 15-Jährigen sogar 40 Prozent, die gelegentlich Alkohol konsumieren. Nach Jungen oder Mädchen hatten die Suchtexperten bei ihrer Befragung nicht unterschieden – beim Thema Medien hingegen schon: Nur 3 Prozent der Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren spielen täglich am Computer, bei den Jungs waren es 38 Prozent. Bei der Frage nach der Handy-Nutzung kreuzten über die Hälfte der Mädchen an, dass sie täglich zwei bis vier Stunden Zeit mit dem Handy verbringen – bei den Jungen war es etwas mehr als jeder Dritte.

 Sozialpädagogin Bente Kruse von der Drogenberatungsstelle ATS hat vierzehn Mädchen und drei Jungen im vergangenen Jahr zu Fachleuten ausgebildet – was bedeutet, dass sich die damaligen Achtklässler zusätzlich zu ihrem Unterricht und Hausaufgaben mit dem Thema Süchte, deren Folgen und vor allem der Prävention befasst haben. „Das ist eine sehr engagierte Gruppe, die auch weiterhin etwas zusammen macht“, lobt Bente Kruse, die auch einmal wöchentlich eine Sprechstunde der Suchthilfe-Einrichtung ATS vor Ort in der Schule anbietet.

 Die Ergebnisse der Umfrage stellen die Suchtexperten jetzt den aktuellen Fünftklässlern vor, um sie für das Thema zu sensibilisieren und auf Gefahren aufmerksam zu machen. Als erstes ließ sich die Klasse 5B an den einzelnen Stellwänden, die die Jugendlichen vorbereitet hatten, in kleinen Gruppen informieren. Selbstbewusst und eigenständig erklärten die Suchtexperten ihre Ergebnisse. „Es kommt eigentlich kaum vor, dass Kinder mit ihren Problemen zu den Suchtexperten kommen“, erklärt Bente Kruse, die regelmäßig mit den Jugendlichen über ihre Erfahrungen spricht.

 Die vorbeugende Arbeit der Gruppe stehe im Vordergrund und sei sehr wichtig, sagt ATS-Pädagogin Kruse. Die älteren Schüler werden von den jüngeren ernst genommen. Bei der anonymen Befragung der Schüler sei aber zu berücksichtigen, dass eventuell nicht jeder wirklich das angekreuzt habe, was stimmt – „denn der Nachbar kann ja ’rüberschauen und sehen, was auf dem Fragebogen steht“, gibt die Sozialpädagogin zu bedenken. Insofern seien die ermittelten Zahlen nicht komplett aussagekräftig, was aber das Engagement der jugendlichen Suchtexperten nicht schmälere. Auch Stefan Haßdenteufel von der Sparkasse Südholstein, die die Aktion „Suchtexperten an Schulen“ finanziell unterstützt, war beeindruckt von der Arbeit der Gruppe.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3