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War das ein Katzenhasser?

Schuss auf Haustier War das ein Katzenhasser?

Rechtlich nur eine „Sachbeschädigung“, aber ein Albtraum für jeden Tierfreund: Katze Pünktchen einer Bad Segeberger Familie wurde unweit des Wohnhauses am Nelkenweg mit einem Luftgewehr beschossen und dadurch verletzt. Die Polizei hat um Zeugenhinweise gebeten.

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Alina (links) und Jona Pendzikowski können nicht fassen, dass jemand auf ihre Katze geschossen hat.

Quelle: Privat

Bad Segeberg. Entsetzt, geschockt, bedrückt: Mit diesen drei Worten beschreibt Heiko Pendzikowski die Stimmung in seiner Familie am Dienstagabend. Er selbst, seine Frau Marina und die beiden 12-jährigen Töchter Jona und Alina konnten aber auch gestern noch nicht wirklich fassen, was ein Unbekannter ihrer Katze Pünktchen angetan hat. Vor allem weil der Tierarzt die Ursache sehr schnell erkannte und den Fremdkörper entfernen konnte, geht es dem Stubentiger bereits etwas besser. „Wäre die Kugel tiefer eingedrungen oder unbemerkt geblieben, hätte Pünktchen sterben können“, sagt der Bad Segeberger.

 Die etwa vierjährige Katze, die Pendzikowskis vor zwei Jahren aus dem örtlichen Tierheim zu sich nach Hause geholt hatten, ist zwar Freigängerin. Sie entfernt sich nach den Worten des Familienvaters allerdings nie allzu weit vom Haus. Nachts bleibe sie ohnehin drinnen, und im Winter dauerten ihre Spaziergänge im Wohngebiet Nelkenweg/Apfelgarten kaum länger als eine halbe Stunde.

 Es war zwischen 16 und 17 Uhr, als Pünktchen wie immer an der Terrassentür erschien, um hineingelassen zu werden. „Sie hat sich dann etwas merkwürdig benommen, sich immer wieder gekratzt“, schildert Pendzikowski. Er habe zunächst an eine Schramme oder – trotz der Jahreszeit – eine Zecke gedacht. Doch dann habe er etwas ertasten können, was dort nicht hingehört. Dem Bad Segeberger Tierarzt gelang es in seiner Praxis schließlich mit Hilfe einer Pinzette, diesen Fremdkörper herauszuholen. Anschließend verabreichte er noch Antibiotika.

 Auf dringendes Anraten des Veterinärs und mit der gut verpackten Kugel in der Tasche fuhr Heiko Pendzikowski noch am Abend zu Polizei. Auf der Wache an der Dorfstraße erkannte man sofort, dass das Projektil des Formats „Diabolo“ aus einem Luftgewehr stammt. Kenner sprechen landläufig von so genannten „Eierbechern“. Der Arzt habe nicht zuletzt deswegen eine Anzeige gegen Unbekannt empfohlen, damit die Ordnungshüter davon erfahren, dass möglicherweise ein Katzenhasser in der Südstadt sein Unwesen treiben könnte. Denn dass es sich bei dem Schuss um ein Versehen gehandelt hat, glaubt niemand.

 Bislang lägen der Polizei aber noch keine weiteren Anzeigen vor, sagte die Sprecherin der Direktion Segeberg, Polizeihauptkommissarin Silke Westphal, gestern der Segeberger Zeitung. Ermittelt werde nun zum einen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, zum anderen wegen Schießens außerhalb von Schießstätten. Luftgewehre dürfen von Personen ab 18 Jahren zwar grundsätzlich auch ohne Waffenschein oder Waffenbesitzkarte erworben werden. Abgefeuert werden dürfen sie allerdings nur auf Schießständen oder auf privaten Grundstücken. Dabei muss jedoch in jedem Fall sichergestellt werden, dass kein Geschoss diesen Bereich verlässt. Zuwiderhandlungen gelten als Ordnungswidrigkeit.

 Im Fall von Pünktchen handele es sich allerdings um eine Straftat, wie die Polizeisprecherin betonte. Rein rechtlich werde der Schuss, weil er das Haustier getroffen hat, nämlich als „Sachbeschädigung“ eingestuft – auch wenn Tierfreunde das natürlich nicht so gern hörten, wie Westphal einräumte.

 Die Beamten bitten in jedem Fall um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer zu der fraglichen Zeit am Nelkenweg etwas Auffälliges bemerkt hat oder jemanden kennt, der bisweilen unsachgemäß mit einem Luftgewehr hantiert, sollte sich umgehend unter der Rufnummer 04551/8840 bei der Polizei melden. Der Fall selbst hat bereits am Dienstagabend in Segeberg die Runde gemacht. Dafür haben schon die beiden Töchter der Pendzikowskis gesorgt – mit ihren Smartphones.

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