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Den Wildschweinen ganz nah

Frischlingsfest im Erlebniswald Den Wildschweinen ganz nah

Begegnungen mit Tieren, Basteleien und andere Aktionen begeisterten Jung und Alt beim Frischlingsfest im Erlebniswald Trappenkamp. Daran erfreuten sich gestern bei kühlem und regnerischem Wetter 2000 Besucher – nur halb so viele wie erhofft. Unterwegs im Gelände erfuhren die Tierfreunde von „Schweineflüsterer“ Marcel Zickermann Wissenswertes über Wildschweine.

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Mitarbeiter Marcel Zickermann ist so etwas wie der Wildschweinflüsterer im Erlebniswald Trappenkamp. Er darf einigen Tieren sehr nahe kommen. Beim Frischlingsfest gestern staunten die Besucher über die Nähe zwischen Mensch und Tier.

Quelle: Detlef Dreessen

Daldorf.  Im Mittelpunkt stand der Nachwuchs der Tiere, die sogenannten Frischlinge. Die beige-braun gestreiften Schweinchen wuselten durch die Gehege und erfreuten die Besucher. Gut bewacht wurde der Nachwuchs von den borstigen Muttertieren.

 „100 Kilogramm wiegt solch eine Bache“, informierte Marcel Zickermann, der die Wildschweingehege der Landesforsten betreut. Deshalb sollte man sich vor ihnen in Acht nehmen. „Die können Erwachsene umrennen und mit ihren Eckzähnen blutige Wunden in die Beine schlagen.“

 Normalerweise seien die Tiere scheu. Wenn sie aber den Nachwuchs in Gefahr glauben, könnten sie zum Angriff übergehen. „Die Frischlinge werden verteidigt bis aufs Blut.“ Vor Jahren habe man auch im Erlebniswald Trappenkamp schon mal Besucher mit zerrissenen Hosen gesehen, „weil die Leute das Fütterungsverbot nicht beachteten.“

 Marcel Zickermann selbst beeindruckte die Besucher allerdings durch seine besondere Nähe zu den Wildschweinen. Furchtlos kraulte er die Sau namens „Oma Eins“. Das dürfe aber auch er nicht bei jedem Tier machen, stellte er klar. „Oma Eins ist so zutraulich, weil sie vor elf Jahren per Hand aufzogen wurde und mich seit acht Jahren kennt.“

 Außerdem hat Zickermann besonders innige Erfahrungen mit Wildschweinen. „Ich habe mal mutterlose Frischlinge per Hand in meiner Wohnung aufgezogen. Die gingen sogar aufs Katzenklo.“ Wildschweine seien nämlich sehr intelligent und würden sogar wie ein Hund neben dem Fahrrad herlaufen.

 Letztlich seien sie auch in der Konfliktsituation relativ friedliebend. Vor dem Angriff stellen sie zur Warnung Ohren und Borsten auf und schnauben mit tiefen Lauten. Wer das sieht und hört, sollte sich selbst kurz groß machen, in die Hände klatschen und dann ruhig zurückziehen. Dann werde man von den Tieren auch in Ruhe gelassen, sagte der Fachmann. Anders als Hunde hätten Wildschweine keinen Verfolgungstrieb. Und so konnten die Besucher unbesorgt zum nächsten Stand spazieren.

 An einem zimmerten Großeltern mit ihren Enkeln kleine Piratenflöße aus Zweigen, ein paar Meter weiter verzierten Mädchen und Jungen für Oma und Opa Blumentöpfe mit allerlei Naturmaterialien als Balkon-Schmuck. „Elfe“ Theresa griff tief ins Füllhorn und spendierte den jüngsten Besuchern Süßigkeiten.

 Mehr frühlingshafte Wärme hätten sich nur die Mitarbeiter am Hella-Stand gewünscht. Der Getränkehersteller sponserte das Fest. Bei 14 Grad Celsius lief der Verkauf von Erfrischungsgetränken für einen guten Zweck nicht so wie erhofft. 450 Euro kamen für die Stiftung Kinderherz zusammen. Besser passte das Wetter zu den Verkaufsständen mit selbst gestrickten Pullovern und Mützen.

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