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A7 war 19 Stunden dicht

Schwierige Bergung A7 war 19 Stunden dicht

Auf eine Geduldsprobe wurden Autofahrer von Dienstagmittag bis Mittwochvormittag gestellt. Die Bergungsarbeiten an dem verunglückten Tanklaster, der einen stehenden Reisebus auf der A7 gerammt hatte und eine acht Meter tiefe Böschung hinabgestürzt war, gestalteten sich unerwartet schwierig.

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Erst am Morgen gelang es, den Laster die rund acht Meter hohe Böschung an der A7 hinaufzuziehen.

Quelle: Daniel Friederichs

Bad Bramstedt. Erst gegen 8.30 Uhr konnte die Vollsperrung der Fahrbahn in Richtung Norden wieder aufgehoben werden. Gut 19 Stunden war die Autobahn dicht. Der Verkehr kam auf allen Ausweichstrecken zum Erliegen. Vor allem in Kaltenkirchen herrschte Chaos.

 Der rumänische Tanklaster hatte Feinsand geladen, der unter anderem zum Abstreuen von Ölspuren verwendet wird. Bevor daran zu denken war, den Lkw mit zwei Bergungskränen die Böschung hochzuziehen, mussten zunächst die 24 Kubikmeter Feinsand in einen anderen Tanklaster umgepumpt werden. Das Bergungsunternehmen war davon ausgegangen, das in einer Stunde erledigen zu können. Das klappte aber nicht. Das Streumittel verklumpte beim Umpumpen in einen Tanklaster, der aus Dänemark angefordert worden war. Das rumänische Transportunternehmen war im Auftrag der Dänen unterwegs. Als der Tank in den frühen Morgenstunden endlich leer war, konnte mit der eigentlich Bergung des Lkw begonnen werden. „Das war dann kein Problem mehr, das Quickborner Unternehmen konnte den Laster ohne weitere Probleme nach oben hieven“, sagte Rainer Wetzel von der Autobahnpolizei Neumünster. Die Schmalfelder Au wurde durch den Unfall nicht verschmutzt, obwohl der Laster nur zwei Meter vom Ufer entfernt zum Liegen kam und auch Treibstoff verloren hatte.

 Gegen 8.30 Uhr wurde die A7 wieder freigegeben. Sie war seit Dienstagmittag fast vollständig in Richtung Norden gesperrt gewesen. Der Unfall hatte sich genau dort ereignet, wo die Schmalfelder Au unter der Autobahn hindurchfließt, rund ein Kilometer südlich der Anschlussstelle Bad Bramstedt. Die Richtungsfahrbahn wurde ab der Anschlussstelle Kaltenkirchen gesperrt, die Autos hier abgeleitet, was den Verkehr rund um Kaltenkirchen praktisch zum Erliegen brachte. Selbst Schleichwege waren verstopft. Allerdings hatte sich auch auf der Autobahn zwischen der Unfallstelle und der Abfahrt Kaltenkirchen ein mehrere Kilometer langer Stau gebildet. Die Autofahrer saßen hier stundenlang fest. Nachmittags gab die Polizei dann die linke Fahrspur kurzzeitig frei, um den Verkehr abfließen zu lassen.

 Der 30-jährige rumänische Lastwagenfahrer war nach Polizeiangaben am Mittwoch wieder ansprechbar. Lebensgefahr habe zu keiner Zeit bestanden, so Polizeisprecher Wetzel. Der Fahrer war schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber zum Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster geflogen worden.

 Schwer verletzt wurde auch ein 69-jähriger Fahrgast des Unfallbusses. Er hatte vermutlich herumfliegende Fahrzeugteile abbekommen und wurde ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Der Bus gehört dem Hamburger Unternehmen Eurobus 24. Das Fahrzeug hatte eine Reifenpanne und stand auf dem Standstreifen, als der Lkw ihn hinten links rammte. Der Tanklaster riss die linke Busseite auf, ehe er dann den Abhang hinunterstürzte. Eurobus-24-Inhaber Marcin Dreschler lobte am Mittwoch seine beiden Busfahrer. „Sie haben sich sehr umsichtig verhalten. Alle elf Fahrgäste und die beiden Fahrer hatten den Bus verlassen, als es zum Unfall kam. Sie standen vorschriftsmäßig jenseits der Außenleitplanke.“ Außerdem hatten die Fahrer nach Dreschlers Angaben Warndreieck und Warnlampe aufgestellt und auch schon einen Servicewagen angefordert.

 Eurobus24 vermietet seine vier Busse, in diesem Fall waren allerdings beim Unternehmen angestellte Busfahrer an Bord. Sie sollten die Fahrgäste von Hamburg nach Flensburg bringen. Dreschler musste ein anderes Busunternehmen beauftragen, um die auf der Autobahn festsitzenden Fahrgäste an ihren Zielort zu bringen. An dem Unfallbus entstand Totalschaden. Er war geleast. Dreschler glaubt nicht, den gesamten Schaden von der Versicherung ersetzt zu bekommen. „Der Bus fehlt uns ja, wir müssen andere beauftragen, unsere Aufträge abzuarbeiten“, so der Busunternehmer. Vor sechs Jahren habe er schon einmal einen ähnlichen Unfall gehabt. „Wir sind damals auf der Hälfte des Schadens sitzen geblieben.“

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