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Viel Applaus belohnt die Mühen

Sebarger Speeldeel Viel Applaus belohnt die Mühen

Dreimal volles Haus im „Theatersaal“, der Therapiehalle der Segeberger Kliniken, viel Applaus und dazu das Lob „Die sind richtig gut“ von Theatermann Thomas Minnerop: Die Sebarger Speeldeel kann mit dem Start ihrer neuen Saison mehr als zufrieden sein.

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Verschönerungsdeern Petra Piesker pudert Anke Sommerfeld.

Quelle: Detlef Dreessen

Bad Segeberg. Nach der Premiere im November spielte sie am Sonnabend und Sonntag noch einmal vor jeweils 150 begeisterten Zuschauern ihr neues Stück „De Neurosen-Kavalier“. Immer wieder Szenenapplaus zeigte den sieben Schauspielern und dem ebenso großen Team im Hintergrund, dass sich die Mühen gelohnt haben.

 Der Aufwand sei mehr als das Einstudieren der Texte und Szenen, berichtete Regisseur Jörg Selk. „Es ist schon schwer, Stücke zu finden, die das heutige Publikum erreichen.“ Ernste Stoffe fallen von vornherein aus „weil das Publikum bei plattdeutschem Theater etwas Unterhaltsames erwartet“. Andererseits animierten „Stücke mit Bauer, Frau und Knecht“, die vor 20 Jahren noch für Amüsement sorgten, auch nicht mehr zum Schenkelklopfen. „Das will keiner mehr sehen“, sagte Selk.

 Diesmal kam der Speeldeel nach monatelangem Wälzen von Büchern der Zufall zu Hilfe. Selk besuchte die Lübecker plattdeutsche Bühne und sah dort den „Neurosen-Kavalier“ von Gunther Beth und Alan Cooper in der plattdeutschen Fassung von Rolf Petersen. „Das war genau das Stück, das inhaltlich und von den Charakteren her zu unseren Schauspielern passte.“ Allzu viele jugendliche Liebhaber dürfen zurzeit nämlich auch nicht vorkommen. „Unsere jüngsten Männer sind 50“, bedauert Selk. Besonders Dietmar Wolgast ist textlich immens gefordert als Dieb, der mit allerlei Lebenserfahrung die Patienten eines Psychiaters kuriert. Johannes Haßmann kann live als Sänger glänzen. Und auch Wolfgang Traber, Silke Müller, Anke Sommerfeld und Helmut Lang passen die Rollen.

 Isabell Rösberg (22) betont , dass sie sich in der Truppe sehr wohl fühlt. „Aber ich würde mich auch über ein paar jüngere Mitspieler freuen.“ Einige jüngere Zuschauer saßen am Wochenende im Publikum. „Die Truppe ist gut“, stellte Lennart Krügel fest, musste aber auch zugeben: „Ich kann kein Plattdeutsch.“ Die Sprache sei aber kein Problem, findet Regisseur Selk. „Plattdeutsch ist dem Englischen sehr ähnlich.“ Auch Isabell Rösberg habe es erst bei der Speeldeel richtig gelernt.

 Zeit brauchen Speeldeel-Mitglieder nicht nur beim Plattdeutsch lernen. An zahlreichen Wochenenden geht es im Winterhalbjahr auf Tour. Auf Bühnen im ganzen Kreis Segeberg und im Kreis Plön heißt es dann nicht nur zwei Stunden spielen, sondern mindestens ebenso lange Aufbauen und Abbauen von Kulissen. Lohn ist der verdiente Applaus. Vom Eintrittsgeld bleibt pro Saison nur ein gemeinsamer Busausflug mit Übernachtung übrig. Wenn nach dem Bezahlen von Aufführungsrechten und dergleichen etwas übrig ist, wird das in eine Verbesserung der Technik gesteckt. So leistete sich die Speeldeel in ihrer 71. Spielzeit seit 1939 endlich eine professionelle Lichtanlage, die Techniker Holger Müller per Laptop steuern kann. „Bisher haben wir mühsam mehrere Lampen aufgehängt“, berichtet Toseggersch (Souffleuse) Renate Hansen. „So macht alles mehr Spaß.“

 Was jetzt noch fehlt, ist ein wirkliches Zuhause. Immerhin könne man in der Vorbereitungszeit hin und wieder im Saal der Mühle in Bad Segeberg die Bühne aufbauen, um die gesamten Durchläufe zu proben, sagt Selk. „Dafür sind wir dem Bürgermeister dankbar.“ Dankbar ist er auch den Segeberger Kliniken, die seit Jahren für drei Veranstaltungen die große Therapiehalle ausräumen, Stühle, Vorhang und Bühnen aufbauen und Personal dafür und für die Betreuung abstellen. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, weiß Selk – und hofft, dass die Kliniken, solange es kein Theater in Bad Segeberg gibt, weiter mitspielen.

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