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Sechs neue Masten in Bau

Neuengörs Sechs neue Masten in Bau

Die Bauarbeiten laufen, in diesen Tagen werden die ersten Turmteile angeliefert: Am 10. November starten die nächtlichen Schwertransporte der großen Teile. Sie werden benötigt für sechs neue Windkraftanlagen östlich von Neuengörs. Die Masten sollen im Februar 2017 fertig sein.

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Die Fundamente für die Masten wurden gelegt. Sie gründen auf Betonpfählen und einem riesigen Betonpropf in der Größe eines Güllebehälters.

Quelle: Gerrit Sponholz

Neuengörs. Mit 150 Metern inklusive Rotoren ragen die neuen Anlagen höher empor als die bestehenden sechs Masten mit einer Gesamthöhe von 100 Metern. Noch ungeklärt ist die Art der Befeuerung, also Warnbeleuchtung. Die Investoren versprechen der Gemeinde hohe Steuereinnahmen und auch jährliche Ausschüttungen von Zigtausenden Euro aus einem freiwillig gebildeten Fonds. 10 Prozent aus ihren Einnahmen zahlen die Landverpächter dort ein.

 „Der insgesamt erzeugte Strom wird für etwa 12000 Haushalte reichen“, erklärt Volker Schuldt aus Neuengörs. Er ist Geschäftsführer des Betreibers Windprojekt N-W und Mitinvestor.

 30,5 Millionen Euro werden in den Bau der sechs neuen Masten investiert. Bauarbeiter haben bereits die mächtigen Fundamente gegossen. Jedes ruht auf jeweils 35 Betonpfählen, die rund 20 Meter tief ins Erdreich getrieben sind. „Deshalb war fünf Wochen lang die Ramme im Einsatz“, erläutert Schuldt. Das Fundament selbst ist ein mächtiger Pfropfen aus Beton, etwa in der Größe eines Güllebehälters. Auf ihm wird der Mast installiert.

 Das Umspannwerk ist für rund 1,8 Millionen Euro an der ehemaligen B 206 zwischen Geschendorf und Strukdorf hinter landwirtschaftlichen Bauten bereits errichtet worden. Es wurde gerade technisch abgenommen. Den Betrieb übernimmt die Schleswig-Holstein Netz AG, erklärt Schuldt.

 Die großen Teile wie Rotoren, Mastteile und Maschinenräume werden in 42 Langtransporten angeliefert. Sie dürfen nur nachts fahren. Die Lkw kommen nicht einzeln, sondern werden zu Kolonnen zusammengesetzt. Schuldt rechnet damit, dass sie zwischen 10. November und Weihnachten in sechs bis zehn Nächten durch Neuengörs fahren werden, vermutlich jeweils zwischen 3 und 5 Uhr. Damit sie passieren können, sind schon Wendeplätze an der Strecke im und am Dorf eingerichtet sowie Hecken gestutzt worden.

 Noch ungeklärt ist die Art der Befeuerung, also die Blinkanlage, die Flugzeugpiloten vor den Masten warnt. Im Vertrag mit der Gemeinde Neuengörs sei geregelt, dass eine Bedarfsbefeuerung genutzt wird, sagt Schuldt. Sie springt nur an, wenn sich Flugzeuge nähern. „Leider gibt es aber noch keine nachhaltig funktionierende Bedarfsbefeuerung.“ Derzeit liefen bundesweit Versuche. „Das ist technisch noch nicht ausgereift“, bedauert Schuldt. Eine Bedarfsbefeuerung wird 600000 bis 900000 Euro kosten, sagt Schuldt. „Das Geld haben wir weitgehend zusammen.“ Eine einfache Dauerbefeuerung würde nur 20000 Euro kosten.

 Weiter sauer ist Robert Borger aus dem Ortsteil Stubben, ein Gegner des Projekts. „Es gibt zu wenig Abstand zu den Häusern, die Landschaft wird verspargelt.“ Jetzt seien auch zwei Masten südlich des Dorfes geplant, auf Bühnsdorfer Gebiet. „Das wird schaurig werden.“

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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