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Funkfeuer kommt nicht voran

Seedorf Funkfeuer kommt nicht voran

Die Planungen für den Bau eines Drehfunkfeuers zur Flugnavigation an der Straße Moorkathen sind ins Stocken geraten. Mit Mehrheit hat es die Seedorfer Gemeindevertretung abgelehnt, der Deutschen Flugsicherung ein Wegerecht für eine kleine abzweigende Straße zum geplanten Standort einzuräumen.

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Dieses Drehfunkfeuer der Deutschen Flugsicherung steht in Sulz. Eine ähnliche Anlage ist in Seedorf geplant.

Quelle: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

Seedorf. Zugleich verzichtet Seedorf auf eine Zahlung von 20000 Euro seitens der DFS. Die Flugsicherung sucht jetzt nach einer Lösung.

 „Die DFS ist am Zug“, sagt Bürgermeister Gerd Lentföhr (CDU), der sich enthalten hatte. Er wolle sich nicht in den Streit einmischen, sagt er. Letztlich aufzuhalten sei der Bau wohl nicht.

 Die Bundesbehörde DFS steckt in der Klemme. Sie benötigt einen Ersatz für ein bereits abgebautes Drehfunkfeuer bei Lübeck. Um Flugzeuge in der Region weiterhin gut leiten zu können, hatte die DFS aus signaltechnischer Sicht sich für einen Neubau in der Gemeinde Seedorf entschieden, neben einem ebenfalls nötigen neuen Standort an der Elbe bei Hamburg. Einen Mietvertrag für die Fläche in Seedorf hat sie bereits abgeschlossen. Sie liegt an der Straße Moorkathen, zwischen den Ortsteilen Fresenfelde und Hornsdorf. Doch dort gibt es einige Anlieger im Außenbereich.

 Nach Protesten in einer Informationsveranstaltung im April hatte die DFS zwei alternative Grundstücke 300 Meter weiter südlich geprüft. Doch bei einer Fläche wollte ein Privateigentümer keine Zuwegung erlauben. Und bei der anderen hätten für die Zufahrt hohe Bäume gefällt und ein naturschutzrechtlich besonders geschützter Knick durchschnitten werden müssen. Das wäre mit erheblichem Planungsaufwand und einem Zeitverzug von bis zu einem Jahr verbunden, hatte Stefan Naerlich, Leiter Navigationsdienste bei der DFS, der Gemeinde geschrieben. „Der Bau ist aber als Ersatz der bereits entfallenen Navigationsanlage bei Lübeck dringend erforderlich.“ Außerdem stünden die Mehrkosten „in keinem Verhältnis zu den geplanten Gesamtkosten“.

 Das Drängen der DFS auf ein Wegerecht fruchtete nicht. Sieben Gemeindevertreter stimmten dagegen, drei dafür, zwei enthielten sich.

 Zu den Befürwortern zählt Jürgen Kaldewey von der Kommunalen Fraktion Seedorf (KFS). Die DFS hätte den öffentlichen Weg ausgebaut und zusätzlich noch 20000 Euro gezahlt, damit die DFS den Weg später nicht wieder zurückbauen müsste. „Das wäre vernünftig im Interesse der Flugsicherung und der Gemeinde und aller Bürger.“ Doch stattdessen habe die Gemeindevertretung „20000 Euro vergeigt“. Eine Zustimmung zum Bau selbst wäre damit im Übrigen gar nicht verbunden gewesen. „Das baurechtliche Verfahren folgt erst noch und ist Sache des Kreises Segeberg.“ Kaldewey wirft Gegnern wie dem 2. stellvertretenden Bürgermeister Volker Johannsen Doppelzüngigkeit und Eigennutz vor. Einerseits würde Johannsen wegen des Drehfunkfeuers einen Wertverlust der anliegenden Häuser fürchten. Andererseits „möchte der Unternehmer gerne Windkraftanlagen in Seedorf errichten“, was das im Einzugsbereich der Navigationsanlage allerdings unzulässig sei.

 Der fraktionslose Gemeindevertreter und Anlieger Kai Fischer hält an seinem Protest fest. Er will keine Aussicht auf eine „Riesenanlage, 440 Meter von meinem Haus entfernt“. Dagegen klagen würde er letztlich aber wohl nicht.

 Zu einem Rechtsstreit kommen lassen will es auch die DFS nicht. „Die DFS ist an einer Lösung im Konsens mit den Anwohnern interessiert“, sagt Christian Hoppe, Leiter der DFS-Unternehmenskommunikation. Das Wegerecht zu erzwingen, „steht für die DFS nicht zur Debatte“. Gleichwohl halte die Flugsicherung an ihren Plänen für das Drehfunkfeuer in Seedorf fest. „Derzeit prüft die DFS, wie die Errichtung der Anlage umgesetzt werden kann.“

 Vielleicht gibt es ja auch eine andere Lösung als den Bauteiletransport per schwerem Lastwagen, sagt auch Bürgermeister Lentföhr, und lässt seine Fantasie schweifen: Das könne vielleicht ja auch per Hubschrauber bewerkstelligt werden.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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