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Herrenhaus wurde versteigert

Seedorf Herrenhaus wurde versteigert

Einen neuen Besitzer hat das Seedorfer Herrenhaus mit Nebengebäuden und drei Grundstücken. Ein Rentner aus Scharbeutz erhielt für 527000 Euro den Zuschlag im Zuge einer Zwangsversteigerung.

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Das historische Seedorfer Herrenhaus mit Nebengebäuden hat seit gestern einen neuen Besitzer.

Quelle: Gerrit Sponholz

Seedorf. Er möchte sich in dem Anwesen eine Wohnung einrichten, Büro- und Praxisräume vermieten sowie seinem ehemaligen Arbeitgeber zu einer Firmen-Repräsentanz verhelfen.

 Das 18000 Quadratmeter große Areal umfasst das seit 1980 unter Denkmalschutz stehende Herrenhaus mit einem Baukern von 1480, frühere Pferdestallungen und Wasserflächen sowie weitere denkmalgeschützte Gutsgebäude. In dem seit 2013 von der Sparkasse Südholstein als Gläubiger-Bank betriebenen Zwangsversteigerungsverfahren erhielt der aus Scharbeutz stammende 72-jährige Dietger Hartmut Bernot als einziger Bieter vom Amtsgericht Bad Segeberg den Zuschlag für die historischen Immobilien. Neben dem Bargebot von 400000 Euro sind zusätzlich gut 127000 Euro dazu zu rechnen für den Fortbestand bestehender Grundbuch-Belastungen. Der gutachterliche Verkehrswert betrug gut 749000 Euro einschließlich Inventar.

 Auf das angebotene Anwesen aufmerksam wurde der neue Hausherr vor vier Wochen durch eine Gerichtsanzeige in der Segeberger Zeitung. Er kennt das reizvolle Anwesen bisher nur von außen, ist aber guten Mutes, seine Pläne umsetzen zu können: Er möchte die Anlage mit Architekten-Hilfe sanieren und das Herrenhaus teilweise als Junggesellen-Wohnung nutzen. Er kann sich auch gut vorstellen, Teile der Räume zu vermieten, beispielsweise als Ingenieur-Büros. Auch hat er die Absicht, einer Nichte Räume anzubieten für ihre Praxis für chinesische Medizin. Zudem schwebt ihm vor, das Herrenhaus einem Großunternehmen als repräsentativen Firmensitz und für Tagungen, Schulungen und Seminare anzudienen. Er denkt daran, seinem früheren Arbeitgeber Minimax diese Idee schmackhaft zu machen. Das Unternehmen, für das er 45 Jahre im In- und Ausland tätig war, agiert weltweit mit Feuerlöscheinrichtungen. Im ersten Anlauf hat das Unternehmen noch nicht angebissen. „Aber ich will bei denen weiterbohren“, gibt sich Bernot zuversichtlich. Die langgestreckten einstigen Stallungen würden sich als Lager für versandfertige Produkte der Firma durchaus eignen.

 Der Ruheständler kennt sich nach eigenem Bekunden mit der Renovierung alter Baulichkeiten aus, so dass er sich mit angesparten Rücklagen an das Projekt herantraut. Dem 72-Jährigen wünschten etliche künftige Nachbarn Glück. Bauer Heinrich Huesmann von nebenan, Gastronom Lutz Frank und Seedorfs Bürgermeister Gerd Lentföhr sind froh, dass das Anwesen nicht verwaist bleibt, sondern neuer Nutzung zugeführt werden soll.

 Die Anlage gehörte bisher dem Betriebswirt Uwe-Karsten Wittwer (68) und der Sozialwissenschaftlerin Bärbel Jordan-Wittwer (65). Die Eheleute hatten das Anwesen 1995 gekauft, es als Verwaltungssitz einer Reihe von Senioren- und Pflegeheimen genutzt und dort Veranstaltungen ausgerichtet. Das ist inzwischen alles passé. Sie hatten nach eigenen Angaben Millionen in die Sanierung gesteckt und seit 2010 vergeblich einen Käufer gesucht. Mittlerweile haben sie ein Altersdomizil an der Ostsee im Kreis Ostholstein bezogen.

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