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Anwohner wollen Radaranlage nicht

Seedorf-Hornsdorf Anwohner wollen Radaranlage nicht

Die Sorge um die Gesundheit und das Landschaftsbild treibt viele Hornsdorfer um. So mussten sich die Vertreter der Deutschen Flugsicherung (DFS) während einer Einwohnerversammlung im Feuerwehrhaus von vielen der 70 Bürger kritische Worte zum Plan anhören, im Seedorfer Ortsteil eine Drehfunkfeueranlage zu bauen.

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Gregor Thamm (von links), Stefan Naerlich und Katrin Lowitz erläuterten auf Einladung von Bürgermeister Gerd Lentföhr die Pläne.

Quelle: Patricia König

Seedorf. Möglicherweise ist die Aufregung aber auch unnötig. Denn die DFS prüft auch einen alternativen Standort nahe der Elbe in Hamburg. „Wir haben deswegen noch keinen Bauantrag in Seedorf gestellt“, erklärte Gregor Thamm vom Umweltmanagement der DFS.

 Anwohner Reinhard Parske machte klar: „Wir wollen diese Anlage nicht!“ Er werde notfalls gerichtlich gegen den Bau der Radarinstallation vorgehen.

 44 weitere Bürger hatten der DFS schon vor der Versammlung einen Brief geschrieben. Sie schlugen vor, die Anlage 350 Meter weiter nach Süden zu verlegen, nahe eines Knicks. Eingereicht hatte den Vorschlag Gemeindevertreter Kai Fischer. „Wir sind direkte Nachbarn und schauen demnächst statt auf Rehe, Hasen und Vögel auf das Drehfunkfeuer“, sagten der ehemalige Bundeswehrangestellte und Susanne Kasch aus Hornsdorf. Das müsse doch nicht sein. „Diesen Vorschlag werden wir prüfen“, versprachen die drei DFS-Vertreter.

 Die DFS-Anlage zur Flugüberwachung ist eine Metallkonstruktion mit einem Durchmesser von 30 Metern und einer Höhe von 5 Metern. 51 Sendeantennen sind daran montiert. Außerdem wird ein 15 Meter hoher Messstab installiert.

 Die DFS-Vertreter Gregor Thamm (Umweltmanagement), Stefan Naerlich (Leiter der Navigationsdienste) und Katrin Lowitz (Bauleiterin) erläuterten, dass die Gesellschaft eine Bundesbehörde ist, die den staatlichen Auftrag der Flugsicherung hat. Finanziert wird sie nicht durch Steuern, sondern durch die Fluggesellschaften. Da der DFS der Pachtvertrag für eine Anlage bei Lübeck gekündigt wurde, müsse sie einen neuen Standort in der Nähe suchen, erklärte Thamm. Das sei nicht einfach. Manche Landeigentümer wollten Flächen nur für eine begrenzte Zeit verpachten. Außerdem dürfe im Umkreis von 15 Kilometern dieses UKW-Drehfunkfeuers keine große Ansammlung von Windkraftanlagen stehen. Wie viele Rotoren und in welchem genauen Abstand möglich seien, wollten einige Seedorfer wissen, wohl auch vor dem Hintergrund, dass in der Nähe, bei Damsdorf, ein Windpark geplant ist. Dafür gebe es keine Formel, antwortete Naerlich. Ausschlaggebend seien Höhe, Anzahl und Entfernung. Die DFS wäge das gerade mit dem Energiewendeministerium ab.

 Die Sendeleistung vom Drehfunkfeuer liege bei 50 Watt, ähnlich einer Glühbirne, die des Entfernungsmessstabes bei 1000 Watt erklärte Naerlich. Von der Anlage gehe keine schädliche Strahlung aus, habe die Bundesnetzagentur bestätigt. „Wir liegen mit unseren Anlagen deutlich unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten.“

 Das aber wollten viele Hornsdorfer nicht glauben. Auch Arndt Brandt zweifelte die Schilderungen an. Der Grund für die Kündigung des Pachtvertrages der früheren Anlage bei Lübeck seien doch erhöhte Krebserkrankungen in der Umgebung gewesen.

 Das bestätigte Dirk Eigen aus Stockelsdorf auf Anfrage der SZ nicht. Er ist Anwohner der früheren DFS-Anlage bei Lübeck. Nach seinen Angaben gab es vor 15 Jahren Untersuchungen; damals seien im Laufe von mehreren Jahren acht Brustkrebsfälle in den umliegenden 49 Haushalten aufgetreten. Das Kreisgesundheitsamt Ostholstein habe darin keine überhöhten Zahlen gesehen und auch keinen Zusammenhang mit der Drehfunkfeueranlage, die dort seit den 1970er Jahren gestanden hatte. Die DFS habe die Anlage jetzt nur darum abgebaut, weil sie es versäumt habe, den Pachtvertrag zu verlängern.

 Nun heißt es abwarten, sagte Bürgermeister Gerd Lentföhr den Hornsdorfern. Ob Seedorf Standort bleibt und die Anlage um die 350 Meter verschoben wird, entscheide sich wohl noch 2016, sagten die DFS-Vertreter.

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