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Gasthof zwangsversteigert

Seedorf-Kembs Gasthof zwangsversteigert

Vom Tod des Vorbesitzers überschattet verlief am Dienstag die Zwangsversteigerung von Schramms Gasthof in Kembs. Ein Bauunternehmer erhielt den Zuschlag für 175000 Euro - unter Vorbehalt, die künftige Nutzung steht noch nicht fest.

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Schramms Gasthof in Kembs kam bei der Zwangsversteigerung für 175000 Euro unter den Hammer.

Quelle: Gerrit Sponholz

Seedorf-Kembs / Bad Segeberg. Rechtspflegerin Katja Kestin teilte vor der Bietstunde im Amtsgericht in Bad Segeberg mit, dass Lars Schramm (43) am Tag zuvor tödlich verunglückt sei. Wie berichtet, war er mit seinem Wagen bei Bosau gegen einen Baum geprallt.

 Trotz der schrecklichen Nachricht wurde die Versteigerung fortgesetzt. Der Verkehrswert betrage 221000 Euro, so die Rechtspflegerin, ein Zuschlag könne theoretisch ab 110500 Euro erteilt werden. Friedbert Bast, Mitarbeiter der Sparkasse Südholstein, machte als Gläubiger jedoch deutlich, dass er einem Gebot von weniger 154000 Euro nicht zustimmen werde.

 Nach mehreren Minuten des Schweigens kam erst Bewegung in die Versteigerung, als Bauunternehmer Axel Wandel aus Trappenkamp den Saal betrat. Wie oft bei solchen Versteigerungen war er dabei. Wandel eröffnete den Reigen der Gebote. Am Ende setzte er sich gegen einen Interessenten aus Ahrensbök durch. 175000 Euro lautete Axel Wandels letztes Gebot, das von Kestin dreimal bestätigt wurde.

 Erst als Wandel als Ersteigerer feststand, wies Katja Kestin auch ihn darauf hin, dass die endgültige Zusage erst in einer Woche ergehen könne, weil der Besitzer tags zuvor verunglückt sei. „Hätte ich das gewusst, hätte ich nicht mitgesteigert“, reagierte Wandel betroffen. „So etwas macht man nicht.“ Er sei in den vergangenen Jahren mehrmals gerne in dem Gasthof eingekehrt. „Ich war immer von der Gastfreundschaft der Familie Schramm begeistert.“

 Gastwirt werden wolle er jetzt aber nicht, stellte der Bauunternehmer klar. „Das habe ich einmal mit dem Stockseer Seeadler versucht. Es hat nicht geklappt.“ Eher werde er versuchen, das Objekt weiter zu verkaufen. Der Hof mit dem 3,5 Hektar großen Grundstück eigne sich optimal für einen Reiterhof. Bis zum Verkauf könne er den Gasthof mit zahlreichen Zimmern auch dem Kreis als Unterkunft für Flüchtlinge anbieten. „Aber allenfalls für kurze Zeit. Flüchtlinge sollten in einer Stadt wohnen, nicht ab vom Schuss.“

 Vorstellen kann sich Wandel auch, einige Grundstücke abzutrennen und Häuser in idyllischer Umgebung zu bauen. „Ich schaue mal, was die Gemeinde will.“ Seedorfs Bürgermeister Gerd Lentföhr reagierte abwartend: „Wir müssen klären, was möglich ist.“

Von Detlef Dreessen und Petra Stöver

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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