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Torhaus-Museum wiedereröffnet

Seedorf Torhaus-Museum wiedereröffnet

Viele Informationen über den Torhaus-Erbauer Hans Blome, über die Geschichte des Torhauses und über Seedorf - vom Ende der Eiszeit zur ersten Besiedlung bis in das 19. Jahrhundert - bietet das neu gestaltete Museum im Seedorfer Torhaus. Mit einem Tag der offenen Tür eröffnete es wieder.

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Viele Besucher schauten sich am Tag der offenen Tür das neugestaltete Museum in Seedorf mit dem Modell der alten Gutsanlage, den neuen Vitrinen und Bildschirmen an.

Quelle: Patricia König

Seedorf. Der Andrang war groß, das neue Konzept der Ausstellung wurde gelobt. Die Räume wirken strukturiert und aufgeräumt, das gilt im wahrsten Sinne des Wortes für den Dachboden. „Dort sind wir zum ersten Mal mit Staubmaske und Schutzanzug reingegangen“, erinnern sich Petra Wede und ihr Sohn Niklas. Das ist jetzt eineinhalb Jahre her. Sogar das alte Modell von der Gutsanlage im 17. Jahrhundert ist wieder aufgetaucht. „Das stand seit Jahren im Herrenhaus“, erklärt Wede. Nun sei es wieder da, wo es hingehöre.

 Im Eingang des Torhauses war ein kleiner Flohmarkt aufgebaut. „Alles Stücke vom Dachboden, die keiner mehr abgeholt hat“, versichert Bürgermeister Gerd Lentföhr. Denn die Museumsgruppe konnte so manche ehemalige Leihgabe den Eigentümern zurückgeben. Auch Jürgen Kaldewey und seine Frau stöberten durch das Sammelsurium und fanden etwas ganz Besonderes. „Ich habe den dritten Schlüssel unseres Hauses hier entdeckt“, sagt der stellvertretende Bürgermeister stolz. Der sei seit zig Jahren verschwunden gewesen.

 Zu jeder vollen Stunde boten Petra und Niklas Wede, Karl-Heinz Arp und Jutta Neuber Führungen an. „Das ist der Blomsche Wucherbecher“, sagt Wede und zeigt auf das Bild in der Vitrine. Das Original stehe im Schloss Gottorf. „Den Pokal ließ einst der dänische König Friedrich II. anfertigen“, erfuhren die interessierten Besucher. Der Monarch hatte 1587 mit Hans Blome und dem dänischen Statthalter Heinrich Rantzau gespielt und dabei 60 Taler gewonnen. Von dem Geld wurde der vergoldete Silberbecher hergestellt, den der Dänenkönig Blome schenkte.

 Auch, dass um 4900 vor Christus schon Menschen rund um Seedorf gelebt haben, hörten die Museumsgäste. In den Vitrinen liegen alte Exponate, Bilder und auch ein Foto von Schlamersdorf von 1870 – vor dem großen Brand, der das Dorf und die Kirche zerstörte. „Das ist so interessant“, sagte Heike Rücker nach der Führung begeistert. Sie sei in Seedorf geboren und aufgewachsen, aber heute habe sie noch viel Neues über das Torhaus und dessen Geschichte erfahren.

 Auch der Bad Segeberger Museumsleiter Nils Hinrichsen, der Dozent Frederic Zangel von der Uni Kiel und drei seiner ehemaligen Seminarteilnehmer waren bei der Neu-Eröffnung dabei. Zangel hatte sich mit seinem Seminar „Das Torhaus in Seedorf und seine Besitzer“ an die Recherche und die Suche nach der „wahren“ Geschichte des Gebäudes und seiner Bewohner gemacht. „Es ist sehr schön geworden“, lobte er die optische Umsetzung der Ausarbeitungen. Neben Bildtafeln und Vitrinen werden auch Bilder von Exponaten auf einem Bildschirm gezeigt und neue Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Insgesamt wurden für die Ausstattung des Museums rund 3000 Euro ausgegeben.

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