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Schlechtes Wetter, kaum Gäste

Segeberger Badesaison Schlechtes Wetter, kaum Gäste

Die vorläufige Bilanz fällt noch schlechter aus als das Wetter in diesem Sommer: In den Freibädern in Rickling und Trappenkamp sowie am Badestrand am Bornhöveder See blieben die Badegäste weg. „Schlecht, miserabel, katastrophal“ sei die zu Ende gehende Saison verlaufen, so die Betreiber.

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Zum Wochenende hin trieb die Hitze doch noch einige Leute zur Abkühlung in den Bornhöveder See.

Quelle: Matthias Ralf

Kreis Segeberg. Zwar treiben die Sonnenstrahlen die Besucher jetzt noch einmal ins Wasser. Doch zu oft herrschte gähnende Leere in und an den Becken und am Ufer.

 „Es war bisher katastrophal“, macht Holger Buthmann unmissverständlich deutlich. Buthmann ist bei der Gemeinde Rickling als Leiter des Bauhofes angestellt. Außerdem kümmert er sich zusammen mit zwei weiteren Kollegen als DLRG-Rettungsschwimmer darum, dass im Freibad Rickling alles sicher ist. „Wir haben etwa ein Viertel der sonst üblichen Badegästezahlen“, schätzt Buthmann. Manchmal waren gar keine Schwimmer im Wasser. Zeitweilig wurde auch die Wassertemperatur von 25 Grad auf 23 Grad Celsius reduziert.

 Eine Schließung des Freibades drohe zwar nicht, aber die schlechten Zahlen drücken auf die Kasse der Gemeinde, die das Bad betreibt. „Wir mussten gerade erst 40000 Euro in neue Technik investieren“, sagt der Bauhofleiter. Die Filteranlage musste erneuert werden und dazu gehörige Behälter wurden beschichtet. Trotz der hohen Kosten soll das 1972 erbaute Freibad weiterhin betrieben werden. Ein jährliches Defizit von rund 100000 Euro aufgrund der hohen Energie- und Personalkosten wird dafür in Kauf genommen.

 Wenn die Besucher ausbleiben, kann Thilo Arneke keine Geschäfte machen. Der Pächter betreibt den Kiosk „Barfuss – Frittenbude und mehr“ auf dem Gelände des Ricklinger Freibades. „Dies ist meine erste Saison“, erzählte Arneke. „Ich habe jeden Tag von 12 bis19 Uhr geöffnet. Nur an wenigen Tagen war viel los.“

 An der unbewachten Badestelle am Bornhöveder See sah es meist ähnlich trist aus. Kaum jemand traute sich ins kühle Wasser. Wassertemperaturen von deutlich unter 18 Grad vergraulten die meisten. Die Badestelle verfügt über eine große Liegewiese und zwei große Stege. Direkt am Wasser ist ein Sandstrand. Spielgeräte, Dusche und WC sind ebenfalls vorhanden.

 Willi Niklasson ist die gute Seele des Platzes. „Dieses Jahr war ganz schlecht“, sagte der Kioskbetreiber. „So eine schlechte Saison habe ich noch nicht erlebt. Das Wetter hat einfach nicht mitgespielt“, erklärt der Trappenkamper, der seit sechs Jahren im Kiosk am See Eis andere Leckereien verkauft. Außerdem sieht er auf dem gesamten Areal nach dem Rechten. „Erst jetzt kommen wieder Badegäste“, beobachtet er. Niklassons Vorteil ist, dass er der Gemeinde keine Pacht für den Kiosk zahlen muss. Im Gegenzug sammelt er Müll und hat ein Auge auf Gelände und Besucher. Dennoch seien die Einnahmen stark gesunken.

 „Der Sommer war so miserabel“, weiß auch Maik Lüdke. Der gebürtige Kieler ist Meister für Bäderbetrieb. Im Waldschwimmbad Trappenkamp war er in diesem Jahr oft fast beschäftigungslos. An vielen Tagen konnte man die Besucher an zwei Händen abzählen. Dennoch war jeden Tag geöffnet, bei Regen wurde aber früher geschlossen. Bis zum 4. September dauert der Badespaß in Trappenkamp. Wie alle Freibadbetreiber hofft die Gemeinde Trappenkamp wenigstens auf einen sonnigen Saisonabschluss.

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