25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Polizisten-Alltag ist unberechenbar

Polizei im Kreis Segeberg Polizisten-Alltag ist unberechenbar

Mit Bestürzung und Trauer haben die Polizisten der Direktion Bad Segeberg auf den Tod eines Kollegen in Herborn in Hessen an den Weihnachtstagen reagiert. „Damit wurden einmal mehr die unberechenbaren Gefahren des Polizeiberufes auf grausame Weise vor Augen geführt“, kommentiert Reimer Kahlke, Vorsitzender der Regionalgruppe Bad Segeberg-Pinneberg bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Voriger Artikel
Bürgerehrenpreis für Klaus Hox
Nächster Artikel
Harte Arbeit für die Tanzshow

Gewalt gegen Polizeibeamte nicht nur bei Demonstrationen, sondern bei alltäglichen Einsätzen, ist seit Jahren ein Problem.

Quelle: dpa

Kreis Segeberg. Der Polizist war an Heiligabend 2015 durch eine Messerattacke eines 27-Jährigen gestorben, als der Beamte mit ihm sprechen wollte. Der junge Mann hatte sich zuvor in einem Zug nicht kontrollieren lassen. Ein zweiter Polizeibeamter wurde vom Täter schwer verletzt.

 „Dies hätte ohne weiteres auch hier passieren können“, meint Kahlke. Das Einschreiten der Ordnungshüter sei immer wieder gekennzeichnet von Gewaltattacken, die Begleiter der ganz normalen Tagesarbeit der Polizei geworden seien, berichtet der GdP-Vertreter. „Wie in diesem tragischen Fall ereigneten sich die Vorfälle überwiegend im alltäglichen Streifen- und Einsatzdienst wie Präsenzstreifen, Personalienüberprüfungen, Familienstreitigkeiten, aber auch bei Festnahmen und Durchsuchungen.“

 2014 sind nach Kahlkes Angaben in Schleswig-Holstein 1174 Fälle von Widerstandshandlungen und Gewaltdelikten gegen Beamte registriert worden, bei denen 363 Polizisten verletzt wurden.

 Die Zahl in der Polizeidirektion Segeberg mit den Kreisen Segeberg und Pinneberg liegt im Durchschnitt bei rund 200 pro Jahr – mit einer gleichbleibenden Tendenz. „Schlimmer geworden ist es in den vergangenen Jahren nicht“, sagt Gewerkschafter Kahlke.

 Zu 90 Prozent seien Männer die Täter, meist in emotionalen Stresssituationen oder unter Alkoholeinfluss. „Das gibt es genau so in der Stadt wie auf dem Dorf“, erklärt Kahlke. Da werde geschlagen, geprügelt, mit Flaschen nach den Beamten geworfen oder mit Gegenständen auf sie losgegangen. Die körperlichen Folgen: Knochenbrüche, Schnittverletzungen, verdrehtes Kreuz, Verstauchungen, blaues Auge.

 Das Land als Dienstherr der Polizei rüste jetzt auf, sagt Kahlke. Es kaufe derzeit neue Stichschutzwesten. Sie schützen nicht nur, sondern böten auch mehr Taschen, um die Ausrüstung eines Beamten aufnehmen zu können. Außerdem seien weitere Einsatztrainings geplant. Darin werde unter anderem geschult, wie ein Beamter sich gegen gewaltbereite Gruppen wehren könne.

 Und nicht zuletzt würden die Polizeibeamten nicht mehr allein, sondern nur noch mindestens zu zweit zu den Einsätzen ausrücken. Kahlke: „Die jüngeren Polizeibeamten unter uns würden das auch gar nicht mehr anders wollen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3