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Lebensmittelspender gesucht

Segeberger Tafel Lebensmittelspender gesucht

Die Segeberger Tafel ist an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Bei stetig steigender Zahl von bedürftigen Kunden, inzwischen zu etwa 90 Prozent Flüchtlinge, lässt sich der Bedarf an gestifteten Lebensmitteln nicht mehr für alle decken. Anwärter müssen auf Monate hinaus vertröstet werden.

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Segebergs Landrat Jan Peter Schröder versprach dem Bad Segeberger Tafel-Vorsitzenden Hans-Joachim Wild (rechts), sich bei Betriebsbesichtigungen im Kreisgebiet als Lobbyist für die Einwerbung weiterer Firmen als Lebensmittel-Spender stark zu machen.

Quelle: Dierk E. Seeburg

Bad Segeberg. Die aktuelle Warteliste von Bewerbern auf einen Ausgabe-Ausweis ist auf 137 angestiegen. Frühestens in sechs oder sieben Monaten könnten sie nach ihrer Anmeldung kostenlos Nahrungsmittel für sich und ihre Familien beziehen. Das machte Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Wild dem Segeberger Landrat Jan Peter Schröder bei dessen Besuch im „Laden ohne Kasse“ an der Efeustraße 1 deutlich.

 „Unser Warenbestand zur wöchentlichen Ausgabe stagniert und ist teils sogar rückläufig“, bedauerten Wild, seine Stellvertreterin Martina Hedke und Beisitzer Helios Kock die missliche Situation. Es sei dringend nötig, weitere Lebensmittel-Betriebe zu gewinnen, die der Tafel noch haltbare, aber nicht mehr verkäufliche Waren spenden könnten. Der Vorsitzende wünscht sich dazu kompetente Lobbyarbeit vom Verwaltungschef des Kreises. Dafür will sich Schröder gern stark machen und auf die Probleme hinweisen, beispielsweise wenn er in Betrieben zu Besuch ist. „Jeder sollte an seiner Stelle seinen Beitrag leisten“, sagte er.

 Nicht nur dieses Versprechen freute den seit Februar 2012 amtierenden Tafel-Vorsitzenden, sondern auch der Umstand, dass der Landrat als Privatperson an Ort und Stelle erfolgreich animiert werden konnte, selbst einen Mitgliedsantrag auszufüllen. „Jede einzelne Unterstützung zählt“, unterstrich Wild.

 Derzeit gehören dem seit Juni 2000 gemeinnützigen Verein, bundesweit dem größten seiner Art, rund 730 fördernde Mitglieder an. Darunter sind gut 110 Aktive. Ehrenamtler übernehmen im Wechsel Tag für Tag die Waren-Abholung bei Firmen in der Region mit den beiden durch Spenden bezahlten Kühl-Lieferwagen. Sie regeln auch die Sortierung des neuen Bestandes und die Verteilung der Waren.

 Damit versorgen sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten, soweit der Vorrat reicht, unter dem Motto „Lebensmittel verteilen statt vernichten“ jeden Freitag ab 13 Uhr am Tafel-Stützpunkt in Bad Segeberg die anstehenden Kunden vor allem mit Grundnahrungsmitteln, je nach Bestand auch mit zusätzlichen Extras.

 Zurzeit hat der Verein nach Angaben des Vorsitzenden 185 Ausgabe-Ausweise für Bad Segeberg ausgestellt. So erreicht die Tafel einschließlich der Familienangehörigen Woche für Woche mehr als 500 Bedürftige. „Aber wöchentlich kommen drei bis fünf neue Anfragen hinzu“, bedauerte Wild die auseinander klaffende Schere zwischen aktueller Nachfrage und begrenzter Waren-Anlieferung. „Die Menschen können wir derzeit nicht zusätzlich versorgen, sondern müssen sie auf die immer länger werdende Warteliste setzen.“ Neue Ausgabe-Ausweise können deshalb erst mit dem Ausscheiden bisheriger Kunden ausgegeben werden.

 „Am besten wäre es natürlich, wenn es gar keiner Tafel bedürfte“, ist die Idealvorstellung vom Vorsitzenden Wild und seinen Mitstreitern. Doch die Wirklichkeit sei nun einmal eine andere.

 Wegen des großen Bedarfs hat der Segeberger Verein vor gut vier Monaten zusätzlich eine Zweigstelle in Wahlstedt eröffnet. Zur Erleichterung des Vorstandes brachte diese Neueinrichtung in kostenfrei bereitgestellten Räumen der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wahlstedt gehörige Entlastung. Bis Juni 2016 kamen laut Wild etwa 30 bedürftige Wahlstedter Antragsteller zur Zentrale in Bad Segeberg. Die zusätzliche Wahlstedter Ausgabestelle ist angesiedelt bei der kirchlichen Kleiderstube an der Segeberger Straße 38.

 Inzwischen sind für den Wahlstedter Bereich 50 eigene Ausweise erteilt worden, so dass wöchentlich zwischen 150 und 200 Personen versorgt werden können. Die Waren werden jeden Mittwoch vom Bad Segeberger Stützpunkt aus angeliefert. Auch für Wahlstedt gibt es allerdings wegen der begrenzten Anzahl von Ausweisen inzwischen eine Warteliste.

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