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Tierschützer werden nicht müde

Bad Bramstedt Tierschützer werden nicht müde

„Bad Bramstedt aufgewacht, Schluss mit dem Mord in eurer Nachbarschaft!“ Knapp 50 Leute skandieren den Slogan, als sie hinter einem breiten Transparent den Kirchenbleeck hinunter in Richtung Wochenmarkt marschieren.

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Rund 50 Tierschützer marschierten am Sonnabend Richtung Marktplatz - siet einem Jahr gibt es regelmäßige Mahnwachen und Demos gegen Vion.

Quelle: Jann Roolfs

Bad Bramstedt. „Fleisch ist ein Stück ermordetes Tier“, rufen die Demonstranten, verstärkt von drei Megaphonen. Es sind vor allem junge Leute, in der Mehrzahl Frauen, die gegen Fleischkonsum und Massentierhaltung protestieren und als Brennpunkt ihrer Empörung den Bad Bramstedter Schlachthof gewählt haben: „Mord im Akkord – Vion fort!“

 Eine Dreiviertelstunde dauert am Sonnabend die Kundgebung auf dem Bleeck. Die Demonstranten bauen sich auf der Baustelle gegenüber vom Marktplatz auf. Zwei Frauen stellen sich mit einem Transparent neben den Wurst-Spezialitäten-Stand, aber sie erregen kaum Aufsehen auf dem Markt, der kurz vor Feierabend ziemlich leer ist.

 Initiiert hat den Protest Silvie S. aus Nützen. Seit der Bad Bramstedter Schlachthof im vergangenen Jahr am 31. März nach einer Schließung wieder die Arbeit aufnahm, hält sie dort eine Mahnwache. Zunächst täglich, erzählt die blonde Frau mit der Sonnenbrille. Inzwischen steht sie noch zwei bis drei Mal pro Woche vor dem Werkstor: „Ich habe ein kleines, zerbrechliches Seelchen“, meint sie, darum hielt sie es nicht mehr aus, jeden Tag Tiere zu sehen, die dort angeliefert werden, um geschlachtet zu werden. „Am Anfang gab es kaum Resonanz“, berichtet Silvie, inzwischen haben sich Tierrechtsaktivisten und die Tierschutzpartei eingemischt. Sie stellen sich regelmäßig neben Silvie vor den Schlachthof, und einmal im Monat demonstrieren sie sonnabends in Bad Bramstedt.

 „Ich bin seit Oktober jeden Monat dabei“, erzählt Alexandra Neumann. Die Wiemersdorferin lebt seit ihrer Kindheit vegetarisch und wünscht sich, „dass gar nicht mehr geschlachtet wird“. Massentierhaltung gehört abgeschafft, findet sie.

 Silvie hält übers Megafon eine kurze Rede: „Mein Körper ist kein Friedhof mehr für ermordete Kreaturen.“ Dann skandiert sie Parolen, die anderen fallen ein. Knapp 50 Demonstranten, das wertet sie als „totalen Erfolg, letztes Mal waren es 34“. Die Aktivisten kommen aus Hamburg, Lübeck, Flensburg und Bremen, Einheimische sind kaum dabei - „zwei, drei“ fallen Silvie ein. Sie will ihren Kampf gegen Schlachthöfe generell und Vion im Besonderen fortsetzen: „Wir werden noch laut werden und auf das Unrecht hinweisen.“

 Eine Frau im blauen T-Shirt der Tierschutzpartei reicht Flyer durch Autofenster, zwei junge Frauen tragen ein kleineres Transparent, auf dem steht: „Fleisch ist tödlich“. Lena Peters aus Lübeck ist engagierte Tierschützerin: „Es ist jede Woche irgendetwas dran, was Tierrechte betrifft.“ Christopherus Kapajanatos aus Büdelsdorf ist über seinen veganen Stammtisch auf die Bramstedter Demos aufmerksam geworden und demonstriert hier zum vierten Mal gegen Vion: „Da passiert es, hinter diesen Mauern!“

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