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Serienweise Häuser ausgeräumt

Bad Bramstedt Serienweise Häuser ausgeräumt

Dreister geht’s nimmer: Während die Hausbewohner arglos vor dem Fernseher saßen, im Garten mit Gästen feierten oder im Obergeschoss schlummerten, schlich ein Serieneinbrecher durch die Räume, raffte Wertsachen und Bargeld zusammen. Jetzt muss sich der mutmaßliche Täter vor dem Kieler Landgericht verantworten.

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 Ein Serieneinbrecher muss sich vor dem Kieler Landgericht verantworten.

Quelle: dpa

Bad Bramstedt. Dem 27-jährigen Rumänen, der kaum Deutsch spricht, legt die Anklage 26 Einbrüche von Mai bis November vergangenen Jahres zur Last – stets an seinem damaligen Wohnort Bad Bramstedt. In jedem zweiten Fall ließ sich der Täter auf der Suche nach Beute nicht von der Anwesenheit der Bestohlenen stören.

So betrat er auf den Tag genau ein Jahr vor Prozessbeginn durch die offene Terrassentür ein Eigenheim, während die Familie im Wohnzimmer zusammensaß. Still, heimlich und leise filzte er Schubladen und Regale, steckte 500 Euro Bargeld sowie Kameras und Smartphones im Wert von mehr als 1000 Euro ein.

In mehreren Fällen begnügte sich der Einbrecher zunächst mit einem rasch entwendeten Hausschlüssel, um damit später unbemerkt durch den Haupteingang zurückzukehren. Dabei scheiterte er in einem Fall an einem ausgetauschten Schloss: Die Bewohner hatten den Verlust bemerkt und Verdacht geschöpft. Besonders unverfroren der Einbruch in ein Reihenhaus im Dichterviertel: Der Täter lehnte eine Leiter an die vordere Hausfront, stieg durch ein Fenster bei der schlafenden Bewohnerin ein und machte fette Beute: Den Wert von Notebooks, Smartphones, Uhren und Schmuck beziffert die Anklage auf 3500 Euro plus 800 Euro Bargeld.

Schmerzlich für die Bestohlenen auch der Verlust der kompletten „Identität“. Ein Zeuge vermisste im September 2014 Personalausweis, Führerschein, Krankenversicherungskarte sowie knapp ein Dutzend Scheck- und Kreditkarten der ganzen Familie. All dies und ihren Studienausweis vermisste auch ein Studentin: Während sie sich kurz von ihren Eltern verabschiedet, räumt der dreiste Dieb das für die Reise bepackte, aber nicht abgeschlossene Auto aus.

Geschnappt wurde der Mann, als er nachts mit einem Laptop unterm Arm durch die Stadt marschierte und der Polizei auffiel. Die Beamten checkten die Nummer des Geräts und ermittelten die rechtmäßige Besitzerin. Seitdem sitzt der Angeklagte in U-Haft. Nach dem Ergebnis eines Rechtsgesprächs zwischen den Prozessbeteiligten muss er im Fall eines Geständnisses mit drei Jahren Haft rechnen.

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