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20-Jähriger gesteht Sex-Taten

Kita-Bufdi 20-Jähriger gesteht Sex-Taten

Wegen sexuellen Missbrauchs in fünf Fällen wurde am Donnerstag ein 20-jähriger Bad Segeberger vom Amtsgericht verurteilt. Die Taten waren in der städtischen Kindertagesstätte Christiansfelde verübt worden. Dort hatte der Mann seinen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) absolviert.

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Sollte sich der Verurteilte an die Vorgabe des Jugendschöffengerichts nicht halten, droht ihm Erzwingungsarrest.

Quelle: dpa

Bad Segeberg. Im Bällebad begrabschte er seine kleinen Opfer am Unterleib, im Gruppenraum fasste er ihnen zwischen die Beine; er küsste sie und verbot ihnen, darüber zu sprechen. Am Donnerstag wurde der 20-Jährige vom Jugendschöffengericht in Bad Segeberg wegen fünffachen sexuellen Missbrauchs in der städtischen Kindertagesstätte Christiansfelde verurteilt. Er erhielt eine Verwarnung und muss sich einer mindestens sechsmonatigen Psychotherapie unterziehen.

Der Mann, der die Kinderherzen im Sturm erobert und sich den Spitznamen „Kuschelbär“ erworben hatte, nutzte die Zuneigung seiner kleinen Schützlinge eiskalt aus, wie die Beweisaufnahme im Gericht ergab. Von Ende 2013 bis April 2014 war es zu fünf unsittlichen Übergriffen gekommen. Wegen fehlender sexueller Erfahrung habe er einmal ausprobieren wollen, wie sich ein weiblicher Körper anfühlt. „Das waren Kinder...“, sagte Amtsrichterin Clivia von Dewitz fassungslos und hakte nach, warum er sich an den arglosen kleinen Mädchen vergriffen hatte. „Es bot sich an“, sagte der leichenblasse Angeklagte. Er habe halt Zugriff auf die Kinder gehabt. „Ich hab’ mich abends öfter mal gefragt, warum ich den Scheiß überhaupt mache.“

Doch er machte ihn weiter. Wieder und wieder. Auch nachdem in der Kita zumindest das allzu distanzlose Verhalten gegenüber den Kindern aufgefallen und zu einem schriftlichen Vorgang geworden war. Im September 2013 musste der Mann ein Schriftstück unterzeichnen, in dem es ihm per Dienstanweisung verboten war, Kinder zu küssen, auf seinen Schoß zu setzen und durch die Gegend zu tragen. Außerdem musste er weinende Kinder fortan umgehend bei einer Erzieherin abliefern. Das Team hatte also zumindest gemerkt, dass etwas nicht stimmte. Aus der Kita wurde er jedoch nicht entfernt. Er galt als Naturtalent im Umgang mit den Lütten.

Die Befragung des äußerst verstockten Angeklagten wurde für Oberstaatsanwalt Axel Bieler und Richterin von Dewitz zur Herausforderung. Zudem verwickelte sich der junge Mann in Widersprüche. Mal wies er auf die fehlende Freundin hin, dann klagte er über mangelnde Zärtlichkeit in seiner eigenen Kindheit. Eine pädophile Neigung schloss er bei sich aus.

Mit feuchten Augen und Papiertaschentüchern in den zu Fäusten geballten Händen verfolgten drei Mütter der kleinen Opfer den Prozess. Sie konnten es nur schwer ertragen, dass der Angeklagte am Ende ohne Haft- oder zumindest Bewährungsstrafe davonkam. Doch für solch eine Jugendstrafe fehlten laut Oberstaatsanwalt die Gründe. Weder habe der Täter schädliche Neigungen (er ist nicht vorbestraft), noch könne die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden. Der Missbrauch sei eher am unteren Rand der möglichen Skala einzuordnen. Sollte er Mann jedoch die Therapie nicht ordnungsgemäß absolvieren, droht ihm Erzwingungsarrest.

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