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Haftbefehl gegen zwei Afghanen

Verdacht auf Missbrauch Haftbefehl gegen zwei Afghanen

 In der Landesunterkunft in Boostedt sollen zwei Asylsuchende ein vierjähriges Kind sexuell missbraucht beziehungsweise einen acht Jahre alten Jungen bedroht haben. Die Polizei hat zwei aus Afghanistan stammende Männer festgenommen, die Kieler Staatsanwaltschaft erwirkte am Mittwochabend einen Haftbefehl.

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Einfahrt zur Landesunterkunft: Hier leben 600 bis 700 Flüchtlinge.

Quelle: Sven Detlefsen

Boostedt/Kiel. Nach Auskunft von Nico Möller von der Polizeidirektion Bad Segeberg hat sich der Vorfall am späten Dienstagabend ereignet. „Ein 21 Jahre alter Afghane steht im Verdacht, sich an einem vierjährigen Jungen vergangen zu haben“, so der Behördensprecher. Gleichzeitig soll ein 29-Jähriger, der ebenfalls afghanischer Staatsangehöriger ist, einen achtjährigen Zeugen der Straftat bedroht haben. Nähere Angaben zu den Hintergründen des Übergriffs will Möller aus Opferschutzgründen nicht machen. Auch zur Schwere der Verletzungen schweigt die Polizei. Überdies seien die Vernehmungen bislang äußerst schwierig, sagt der Polizei-Sprecher. Gleich mehrere Dolmetscher seien notwendig gewesen, um die Tatverdächtigen zu befragen.

Gerüchten zufolge sollen sich Täter und Opfer zuvor nicht näher gekannt haben. Der Vorfall soll sich nach Informationen unserer Zeitung in einem der Wohnkomplexe ereignet haben. Zur Nationalität der beiden Kinder wollten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft auf Nachfrage Auskunft geben. Bei den Kindern soll es sich um Brüder handeln. Der Ältere soll noch versucht haben, den Vierjährigen zu beschützen, sei aber von dem 29-jährigen Mittäter eingeschüchtert und bedroht worden.

Zurzeit ist die Landesunterkunft in Boostedt, die für bis zu 2000 Personen ausgelegt ist, nur mit etwa 600 bis 700 Flüchtlingen belegt. Zeugen hatten nach dem Missbrauch den Sicherheitsdienst und dieser anschließend die Polizei alarmiert. „Die Beamten nahmen die beiden Männer fest und brachten sie zum Polizeirevier“, sagt Möller. Ob die Tatverdächtigen sich in Vernehmungen zu den Vorwürfen und einem möglichen Motiv geäußert haben, wollen die Behörden nicht beantworten. Allerdings sollen die Ermittler Spuren gesichert haben.

Nach Auskunft von Birgit Heß, Leitende Oberstaatsanwältin in Kiel, sind die beiden Männer am Mittwochabend dem Haftrichter in Neumünster vorgeführt worden. Unklar ist, welche Konsequenzen die Ermittlungen der Strafbehörden für das noch laufende Asylverfahren der beiden Männer haben wird. Im Fall einer Verurteilung muss der 21-Jährige mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Laut Kriminalitätsstatistik des Landes sind Sexualstraftaten bei Flüchtlingen eine Ausnahme: 1211 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden beim Landeskriminalamt 2015 anzeigt. In 175 Fällen stammten die Täter nicht aus Deutschland, 65 von ihnen waren Flüchtlinge.

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Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

Mann soll Kind missbraucht haben

In einer Flüchtlingsunterkunft in Boostedt bei Neumünster soll ein kleines Kind sexuell schwer missbraucht worden sein. Wie die vom Wachdienst alarmierte Polizei am Mittwoch berichtete, soll sich ein 21 Jahre alter Afghane am späten Dienstagabend an einem vierjährigen Jungen vergangen haben.

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