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Kleinstadtmief auf der Bühne

Sommertheater Kleinstadtmief auf der Bühne

Eine junge Frau ist tief verzweifelt, eine Gruppe Jugendlicher hängt frustriert in ihrer Kleinstadt ab. Zwei Theaterstücke mit diesen Themen werden im Juli mehrfach in der Jugend-Akademie gezeigt. Parallelen zu Bad Segeberg seien natürlich rein zufällig, sagt der Autor mit einem Lächeln.

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Sara Greiner (links) als Ismene und Adina Makina als Prokne spielen in dem Stück „Ismene“, das aus dem antiken Stoff und modernen Elementen besteht. Es hat am 10. Juli Premiere.

Quelle: Andrea Hartmann

Bad Segeberg. Am Sonntag, 10. Juli, hat „Ismene“ von Jeremy Menekseoglu Premiere ab 15 Uhr, und „Europa City“ von Jacques Götzmann ist die Geschichte um die Jugendlichen im Kleinstadtmief, die am Sonnabend, 16. Juli, ab 20 Uhr erstmals über die Bühne geht. Den Premieren folgen einige weitere Aufführungen. Betreut wurden die Einstudierungen von Sabine Lück und Thomas Minnerop von der Jugend-Akademie sowie etlichen weiteren Beteiligten in den Bereichen Kostüme, Technik, Bühnenbild und mehr. Beide Vorstellungen laufen unter dem Titel „Sommertheater“.

 

 „Ismene“ lehnt sich an den antiken Mythos an, der von vielen Schriftstellern aufgenommen wurde. In Sabine Lücks Inszenierung ist Ismene eine junge Frau, die in eine Erziehungsanstalt geht, wo sie einen todbringenden Chor hört, der ihr Schicksal vorhersagt. „Sie will sich dem Schicksal aber nicht nur ergeben und versucht zu kämpfen“, sagt Darstellerin Sara Greiner: Das macht den Stoff um die Tochter des Ödipus, die stets im Schatten ihrer Schwester Antigone steht, zeitlos. Um das zu unterstreichen, wurden moderne Stilmittel verwendet wie Film, Spiel auch abseits der Bühne und Einbeziehen des Publikums. Neben Sara Greiner spielen fünf weitere Darsteller der Gruppe Theaterspielraum im Alter von 16 bis 19 Jahren.

 Im Theaterspielforum spielen 14 junge Leute zwischen 17 und 22 Jahren mit. 18 Jahre alt ist Autor Jacques Götzmann aus Bad Segeberg, der bereits im vergangenen Jahr das Stück „Europa City oder Small Town Rebellion“ schrieb. Er präsentierte es der Gruppe, die mit ihm zusammen Veränderungen herausarbeitete, ein Drehbuch schrieb und es nun zur Bühnenreife brachte. Strampfbüttel heißt der Ort, in dem Jugendliche abhängen, das Kleinstädtische beklagen und darüber philosophieren, was man verändern könnte und was man vielleicht doch ganz gern hat: „Wie fühlt man sich als Jugendlicher, der keinen Bock hat und rebelliert, sich aber eigentlich recht geborgen fühlt?“ brachte es der Autor in einem Pressegespräch in der Akademie auf den Punkt.

 Gespielt wird unter Regie von Thomas Minnerop. Das Stück ist eine Art Collage; es enthält viele Zitate und „die Sprache ist hart und heftig“, warnte Minnerop lächelnd. Livemusik mit Keyboards und Schlagzeug ergänzt die Atmosphäre, die auf die ganze Welt passt, wie Götzmann sagt: „Im Grunde ist jeder Mensch ein Strampfbüttler.“

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Ein Artikel von
Andrea Hartmann
Segeberger Zeitung

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