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Streit um Videoüberwachung am Dörpshus

Sorgen um Datenschutz Streit um Videoüberwachung am Dörpshus

Seit Kurzem hängt am Dörpshus eine Videokamera. Sie filmt, wer auf dem Parkplatz vor dem Haus mit Kindergarten, Feuerwehr und Gemeindesaal ein- und ausgeht. Mehrere Bürger sorgen sich um Datenschutz, denn so könne kontrolliert werden, wer am 24. September zur Wahl geht.

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Am Dörpshus hat Bürgermeister Claus Fahrenkrog die Wildkamera installiert. Sie soll mögliche Randalierer erfassen. Schilder weisen auf die Überwachung hin.

Quelle: Gerrit Sponholz

Groß Niendorf. Bürgermeister Claus Fahrenkrog (Wählergemeinschaft AWGN) verteidigt die Maßnahme. Mit mehreren „massiven Vorfällen“ seit Jahresbeginn vor der Kita begründet er den Anbau der Kamera vor drei Wochen. Am helllichten Tag seien Fahrzeuge der Erzieherinnen beschädigt worden. „Einige Eltern wollten die Kita-Leitung weg haben“, erklärt sich Fahrenkrog die Attacken.

Schutz vor weiteren Attacken

Außerdem, so Fahrenkrog, sei am Dörpshus mal ein Mitschnacker gewesen. Und nicht weit entfernt werde der Containerplatz immer wieder zugemüllt. Aber vor allem aus Fürsorgepflicht den Kita-Mitarbeiterinnen gegenüber habe er die Wildkamera installiert. Er allein habe Zugriff darauf. Alle zehn Tage hole er die Speicherkarte heraus und lese die Daten in seinem PC ein. Aufgenommen würde nur, wenn sich im Blickfeld der Kameralinse etwas bewege. Die Daten lösche er wieder. Fahrenkrog sieht sich durch den Erfolg bestätigt. Seitdem die Kamera hänge, sei am Dörpshus nichts vorgefallen.

Bürger sehen Datenschutz gefährdet

Ganz anderer Meinung ist Ulrich Stöcker. „Das ist unzumutbar“, sagt der Arzt und Politiker der Wählergemeinschaft LGN. Eine Überwachungseinrichtung ohne ausreichende Rechtsgrundlage sei nicht in Ordnung. Auch dürfte „die Angemessenheit in unserem friedlichen Dorf schwer darzulegen sein“. Auch Rüdiger Döll ist empört, Gemeindevertreter der LGN und stellvertretender Bürgermeister. „Der Aufbau der Kamera ist nicht in der Gemeindevertretung beschlossen worden.“

Das Thema wollen Kritiker in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 14. September, in Rickerts Gasthof ab 20 Uhr ansprechen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

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