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Sparkasse Südholstein Weiter auf Wachstumspfad

Mit einem kräftigem Wachstum arbeitet sich die Sparkasse Südholstein weiter aus ihrer früheren Krise. Kundengeschäft, Gewinn und Rücklagen stiegen 2015. Das gibt ihr auch die Kraft, bald einige der einst verkauften und dann angemieteten Räume größerer Filialstandorte wieder zurückzukaufen.

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In der Online-Filiale chatten: Oliver Eggerstedt (l.) und Andreas Fohrmann zeigen, wie es geht.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Außerdem bietet sie als erste Sparkasse im Land Kunden eine Online-Filiale an. Der Abbau von Altlasten geht voran, wird aber noch viele Jahre dauern. „Das Ergebnis für 2015 ist überaus erfreulich“, sagte Vorstandsvorsitzender Andreas Fohrmann am Dienstag während der Bilanzpressekonferenz in Neumünster. Zur Freude des Banksanierers, der seit Anfang 2014 am Ruder ist, hatten Kunden 3,5 Milliarden Euro angelegt (plus 9,5 Prozent) und 3,9 Milliarden Euro geliehen (plus 1,6 Prozent). Unter den Neuabschlüssen boomte das Geschäft mit Firmenkunden (plus 15 Prozent) und privaten Bauherren (plus 25 Prozent). Wegen des gewollten Rückzugs aus der Kreditvergabe an andere Banken sank die Bilanzsumme auf rund 4,7 Milliarden Euro (minus 4 Prozent).

 Trotz schwierigen Umfelds konnte die Sparkasse bei der Haupteinnahme Zinsgewinne zulegen, also beim Überschuss aus Zinseinnahmen von Kundenkrediten und Zinsausgaben für Kundeneinlagen. Auch das Provisionsgeschäft mit Gebühreneinnahmen aus Wertpapier- und Versicherungsvermittlungen lief besser.

 Die Rücklagen wurden um 30 Millionen Euro aufgestockt, so viel wie seit einem Jahrzehnt nicht, sagte Fohrmann. Die Kernkapitalquote stieg auf 13,2 Prozent. 5,1 Millionen Euro Steuern wurden gezahlt. Unter dem Strich blieb ein Betriebsergebnis von 8 Millionen Euro (plus 17,6 Prozent). 2016 werde wohl noch besser laufen, sagte Fohrmann voraus.

 Stabil blieb die Zahl der Mitarbeiter (1017) und Kunden (268000). Die 36 Filialen bleiben bestehen, „hier und da“ sollen „peu à peu“ angemietete Räume gekauft werden, sagte Fohrmann und meinte vor allem große Filialstandorte. Offen ließ er, ob und wann die Zentrale in Neumünster zum Karstadt-Standort am Großflecken zieht, den die Sparkasse 2015 erwarb.

 Trotz der „verheerenden Niedrigzinspolitik“ der Europäischen Zentralbank (Fohrmann) müssten Kunden keine Strafzinsen oder Verwahrgebühren zahlen. Der Beratungsbedarf steige. Ihn mit abdecken soll die neue Online-Filiale. Montags bis sonnabends können Kunden mit Beratern per Video-Chat miteinander sprechen. Außerdem können online Konten eröffnet und Versicherungen und Anlagen abgeschlossen werden.

 Das Sanierungsprogramm läuft unterdessen weiter. Das Institut hat seit 2009 mit 160 Millionen Euro gestützt werden müssen. 2014 war der Dachverband mit 20 Prozent eingestiegen. Weitere Träger sind etwa die Kreise Segeberg und Pinneberg sowie die Stadt Neumünster. 2019 wird die Last auf 100 Millionen Euro abgebaut sein. Eine mögliche Fusion ist derzeit kein Thema.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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