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Die Sprache ist wesentlich

Flüchtlinge in Henstedt-Ulzburg Die Sprache ist wesentlich

Ohne Sprache ist Integration unmöglich. Daher gibt es in Henstedt-Ulzburg bereits seit vielen Monaten ehrenamtliche Helfer, die mit Asylbewerbern Deutsch üben. Jetzt wurden mit Spenden noch zusätzliche Kurse ermöglicht.

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Mitarbeiter der Volkshochschule sowie Vertreter von Lions-Club und Bürgerstiftung setzen sich gemeinsam dafür ein, dass Flüchtlingen beim Spracherwerb geholfen wird.

Quelle: Privat

Henstedt-Ulzburg. Auch die Volkshochschule (VHS) engagiert sich, doch um den großen Bedarf zu decken, reichen die bisherigen Bemühungen noch nicht aus. Daher haben jetzt der Henstedt-Ulzburger Lions-Club sowie die ortsansässige Bürgerstiftung geholfen. Sie übernahmen gemeinsam die Kosten für zwei 100-stündige Aufbaukurse. 6000 Euro wurden dafür bezahlt.

 In der Gemeinde wirken zurzeit über 150 Bürger ehrenamtlich im Willkommensteam für Asylbewerber mit. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in der ihnen fremden Kultur zu unterstützen. Eine wesentliche Voraussetzung für eine gegenseitige Annäherung ist dabei die Sprache. Daher sind zahlreiche Ehrenamtler damit beschäftigt, den Asylbewerbern Hilfestellung bei der deutschen Grammatik und bei der Erweiterung des Wortschatzes zu geben.

 Daneben ist aber auch die VHS ein wichtiger Partner. Sie organisiert 100-stündige Einstiegskurse, die aus Landes-, Kreis und Gemeindemitteln finanziert werden. „Das ist eine gute erste Basis, aber natürlich viel zu wenig, um unsere recht komplizierte Sprache ausreichend zu beherrschen“, erklärt VHS-Leiter Dr. Jochen Brems. Zwar haben alle anerkannten Asylbewerber einen Anspruch auf einen 500-stündigen Sprachkursus, aber bis ihr Verfahren entschieden ist, können leicht ein Jahr und mehr vergehen.

 Damit die Zeit des Wartens nicht unnütz vertan wird, sind der Lions-Club und die Henstedt-Ulzburger Bürgerstiftung in die Bresche gesprungen. Sie finanzierten zwei zusätzliche Kurse. Gedacht sind sie für besonders engagierte Teilnehmer aus den Basiskursen, die ihr Deutsch noch weiter verbessern wollen. Mitmachen darf aber auch, wem der erste Kursus einfach noch nicht gereicht hat – beispielsweise weil die neue Schrift noch zu wenig vertraut war und daher die Lernerfolge ausblieben.

 Davon, dass die finanziellen Mittel gut angelegt sind, konnten sich Vorstandsmitglieder des Lions-Clubs und der Bürgerstiftung bei einem Besuch in einem der beiden Kurse überzeugen. Nachdem sich Heinz Papenhagen (Bürgerstiftung) und der neue Lions-Präsident Andreas Kelber vorgestellt hatten, taten es ihnen Neroz Dawod und Gihad Yusuf aus Syrien gleich und erzählten etwas über sich und ihre Familien. Die Besucher zeigten sich beeindruckt und wünschten den Teilnehmern weiterhin viel Erfolg beim Deutsch lernen.

 Borzo Patovi, der vor über 30 Jahren aus dem Iran nach Deutschland kam und in beiden Aufbaukursen unterrichtet, weiß aus eigener Erfahrung, wie weit der Weg zu einer erfolgreichen Integration ist. Daher dankte er im Namen aller Kursusteilnehmer für die Finanzierung der Zusatzangebote. Sie seien ein wichtiger Schritt für ein gutes Miteinander.

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