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Eindeutig zweideutig

Spielgerät in Bad Segeberg Eindeutig zweideutig

Eine Stadt sorgt bundesweit für Schlagzeilen. Ausnahmsweise sind es aber keine Gaststars der Karl-May-Spiele oder neue Wirtschaftsmeldungen aus dem Hause Möbel Kraft, die Bad Segeberg ins Gespräch bringen, sondern ein eigentlich harmloses Spielgerät.

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Stein des Anstoßes: Von der Seite aus betrachtet, ähnelt das Klettergerüst am Segeberger See einem Phallus.

Quelle: Stamp

Bad Segeberg. Doch die Betonung liegt auf eigentlich: Auslöser der Diskussion ist die spezielle Optik des Klettergerüsts, die – zumindest von einer Seite aus – einem Phallus ähnlich sieht.

„Man muss es mit Humor nehmen: Ja, wenn man direkt daneben steht, dann sieht eine der Kletterwände aus wie ein Penis“, sagt Kai Gräper. Der 51-Jährige ist Vorsitzender des örtlichen Lions-Clubs und verantwortlich für die Diskussionen um den „Dödel von Bad Segeberg“ in Sozialen Netzwerken und im Fernsehen, für die sogar TV-Teams aus München anreisen. „Wir wollten eigentlich nur Gutes tun, Kindern und Jugendlichen ein Klettergerüst spendieren“, so Gräper. 25000 Euro investierte der Club in die Spezialanfertigung. „Bad Segeberg ist bekannt für den Kalkberg, also haben wir ihn maßstabsgetreu nachbauen lassen. Um ihn noch etwas zu erweitern, ließen wir eine zweite Felsenkette produzieren, mit der wir die Arena nachempfinden wollten“, berichtet der Lions-Präsident.

Eine nette Idee, wäre da nur nicht die Fantasie von Spaziergängern gewesen, die das neue Bauwerk vor der geplanten Einweihung am kommenden Freitag in Augenschein nahmen und gewisse Ähnlichkeiten mit einem männlichen Geschlechtsteil ausmachten. Einige posteten Fotos bei Facebook – und schon avancierte der „Kletterpenis“ zum Gesprächsthema Nummer 1 in sozialen Medien. Bekundeten einige noch, das Bauwerk erinnere sie eher ans Frühlingsgemüse Spargel, kündigten Eltern bereits empört an, ihre Kinder auf dem neuen Spielplatz am Großen Segeberger See nicht klettern zu lassen.

Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld hat für das Getuschel kein Verständnis. „Das ist ein solide nachgebauter Kalkberg und ein Geschenk, über das wir uns als Stadt sehr freuen“, sagte er unserer Zeitung. Phallusartige Ähnlichkeiten könne er gar nicht entdecken: „Nur wenn man sich flach auf den Boden legt, könnte man sowas überhaupt nur in Ansätzen erdenken.“

Lions-Chef Gräper will der Diskussion jetzt ein Ende setzen: „Wir haben mit dem Hersteller gesprochen, der kurzfristig mit Zement nacharbeiten wird.“ Eine mutmaßlich weise Entscheidung, hatte Bad Segeberg 1997 doch schon einmal einen Phallus-Streit. Damals wurde sogar ein Bürgerentscheid initiiert, um die Skulptur „Lichtachse“ des Künstlers Ben Siebenrock vor dem Rathaus zu verhindern.

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Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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