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Vereine kämpfen für Zuschüsse

Kürzungen im Haushalt Vereine kämpfen für Zuschüsse

Einige Bad Segeberger Vereine sind nicht begeistert, dass in der Kommunalpolitik die Streichung von Zuschüssen diskutiert wird. Sie wollen Druck aufbauen, bevor die Stadtvertretung am Dienstag, 22. September, entscheidet. Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses.

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Sauer auf Teile der Stadtvertretung wegen möglicherweise wegfallender Zuschüsse: Horst Winter (von links) und Wolfgang Friederichs von den Segeberger Keglern, Juliane Hohenberg (MTV Segeberg), Gerd Himstedt (Segeberger Ruderclub), Torsten Dyck (Tennisclub Bad Segeberg, hinten) und Gerd Oldenburg (MTV Segeberg).

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Im Haus des Sports saßen gestern einige ziemlich geladene Vereinsvertreter bei Dieter Prahl vom Kreissportverband: Juliane Hohenberg und Gerd Oldenburg (MTV Segeberg), Gerd Himstedt (Segeberger Ruderclub) sowie Horst Winter und Wolfgang Friederichsen (Segeberger Kegler). Sie alle haben dasselbe Problem: In den Vorberatungen des Sozial- sowie des Haupt- und Finanzausschusses gab es sehr gemischte Abstimmungen, ob die Vereine ihre Zuschüsse bekommen sollen.

 Das Problem: Wenn die Stadt als Heimatgemeinde der Vereine ihren Drittel-Anteil nicht trägt, darf auch der Kreis keinen Zuschuss gewähren. „Die Anträge sind bei uns alle durch“, sagt Dieter Prahl. „Wir warten nur noch auf den Bescheid der Stadt.“ Sollte er negativ ausfallen, bleiben die Vereine am Ende auf dem Großteil der Kosten sitzen und können sich die geplanten Investitionen höchstwahrscheinlich nicht leisten.

 Besonders sauer ist Vorsitzender Dyck vom Tennisclub. „Man kann den Vereinen nicht einfach über 25000 Euro bei den Zuschüssen wegnehmen. Das geht überhaupt nicht.“ Schon die Diskussion darüber, ob der MTV Segeberg für die Nutzung des Hallenbades künftig nicht mehr den gewohnten 50-Prozent-Rabatt bekommt und jährlich ebenfalls 25000 Euro mehr bezahlen muss, findet Dyck „komplett schwachsinnig“.

 Dieter Prahl vom Kreissportverband gibt zu bedenken, dass die Vereine bei den häufig wechselnden Moden im Sportbereich mitmachen müssen. „Jedes Jahr gibt es neue Trends. Wenn Sie da nicht mitmachen, haben Sie das Problem, dass kommerzielle Anbieter kommen, die das tun.“ Und deren Kurse könne sich längst nicht jeder leisten. Die Sportvereine machen es möglich, dass sich jeder zu geringen Gebühren fit halten kann. Prahl: „Dagegen zu sein, finde ich schon ganz schön stark.“

 Ruderer Gerd Himstedt betont, dass die Vereine keine simplen Verschönerungen wollen, sondern lediglich bei dringenden Investitionen um Geld bitten. So sei das geplante neue Vierer-Boot notwendig, damit die jugendlichen Ruderer auch im Winter auf dem See trainieren können. Mit den Renn-Einern dürfen sie laut Himstedt in der kalten Jahreszeit nicht mehr aufs Wasser, seit in Hamburg ein Jugendlicher auf der Alster umgekippt und ertrunken ist.

 „Für die Jugendlichen haben wir eine Fürsorgepflicht“, sagt Himstedt. „Sie können sonst im Winter nur um den See laufen und Konditionstraining machen, aber aufs Wasser dürfen sie nicht mehr. Das ist die denkbar schlechteste Vorbereitung auf die Regatten im kommenden Jahr.“

 Dyck, der im Vorstand des CDU-Ortsverbands sitzt, ist verärgert über seine eigenen Parteifreunde, von denen einige die Zuschüsse nicht befürworten. „Ich frage mich, wie eine Partei den Bürgermeister stellen will, wenn sie gegen die Gesellschaft ist.“ Da die Stadtverwaltung samt Bürgermeister die Auszahlung der Zuschüsse befürwortet, sei es „unverständlich, dass man jetzt darüber nachdenkt, dass die Stadt arm ist. Im Vergleich zur neuen Promenade ist das doch nur ein Pups.“ Sollte die Stadtvertretung die Zuschüsse unter diesen Vorzeichen ablehnen, wäre das eine „kranke Veranstaltung“.

 Wenn der Tennisclub die alte Beleuchtung nicht ersetzen könne, müsse er bald Kerzen aufstellen, sagt Dyck. „Dann können wir die Halle auch irgendwann zumachen.“ Derzeit gingen ohnehin nur noch ältere Leute zum Tennisspielen nach Bad Segeberg, die Jüngeren zieht es nach Wahlstedt und anderswo hin.

 Gerd Himstedt vom Ruderclub appelliert an die Kommunalpolitiker, den Zuschuss-Anträgen zuzustimmen. „Sport ist die günstige Form der Sozialarbeit.“ Viele Kinder und Jugendliche würden ohne Sport auf Abwege geraten, von denen sie später nur schwer und kostspielig wieder abzubringen sind.

 Zur Abstimmung wollen die Vereinsvertreter in den Bürgersaal kommen, um allein mit ihrer Anwesenheit Druck auf die Stadtvertreter aufzubauen.

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